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Thema: Just my 2 cents - (nicht ganz so kurze) Reviews von God_W.

  1. #376
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    Monster – Band 9 (Naoki Urasawa)



    Ruhenheim – ein kleiner Ort, gelegen in einem grünen Tal, umgeben von Bergen. Gerade groß genug um alles zu bieten, was man für ein zufriedenes Leben benötigt, sogar zwei kleine Hotels offerieren ihre Gastfreundschaft, aber auch klein genug, dass jeder jeden kennt. Man grüßt sich, man hält einen Plausch und man tratscht auch mal übereinander. Eine kleine Idylle inmitten der Berge, etwas abseits gelegen, sozusagen weg vom Schuss. Ein Kleinod, ein verstecktes Paradies möchte man beinahe meinen. In diese, wie der Name schon sagt, ruhige Umgebung schickt Johann seine Jünger, in etwa so wie einst Max von Sydow „In eine kleine Stadt“ kam. Denn natürlich brodelt es unter der Oberfläche, Neid, Verlustängste und andere größere und kleinere Problemchen brodeln unter der glatten Oberfläche und se braucht es oftmals nur wenig, um die Fassade der Heilen Welt zum Bröckeln zu bringen.


    Als würde ein Tor zur Hölle aufgestoßen, so schleust Meister Urasawa, also auch Johann, das Grauen die Kleinstadt. In kurzen, episodenartigen Einblicken werden wir Zeuge von Alltagssituationen, die nach und nach hochgeschaukelt werden, ins Dunkel abdriften und in Horror katastrophalen Ausmaßes münden. Immer wieder werden wir zwischendurch vom Autor mit weiteren, jetzt endlich klärenden Informationen gefüttert. Was im Haus der roten Rosen geschah, was es mit den drei Fröschen auf sich hat und wie die „Rekrutierung“ damals ablief, vor allem aber, weshalb Johann gerade dieses beschauliche Städtchen für seinen großen Showdown ausgesucht hat.

    Ein Band voller grandioser Einzelsequenzen, die zu einem fulminanten Finale verheiratet werden. Große, einprägsame Momente wie das an Sergio Leones Western-Meisterwerke erinnernde Aufeinandertreffen von Tenma und Runge, die grandiose Chemie, die sich zwischen letzterem und Wolfgang Grimmer entwickelt, die atemlose Spannung und bedrückende, fast schon episch anmutende Atmosphäre, die sich während all der schrecklichen Ereignissen bei strömendem Regen durch die Straßen von Ruhenheim ausbreitet wie etwas wahrhaft Greifbares.


    Ich will hier gar nicht zu arg ins Detail gehen oder zu viel verraten, denn die Reihe ist es auf alle Fälle Wert von jedem selbst entdeckt und gelesen zu werden, ich hatte selten einen spannenderen und geschickter konstruierten Thriller in Händen. Die Charakterausarbeitung ist herausragend, die Einzelbände schwanken in ihrer Qualität lediglich zwischen sehr gut und meisterhaft. Einzig der ein oder andere, aus Film und TV entliehene Stereotyp verhindern die absolute Höchstnote für das Gesamtwerk, das ist allerdings Jammern auf allerhöchstem Niveau und sollte niemanden davon abhalten sich auf Spurensuche in Europas jüngere Vergangenheit (nach dem Mauerfall) zu begeben, es lohnt! Hier wird nicht nur beste Unterhaltung geboten, man wird in die Geschichte gesaugt, und es werden Gefühle geweckt. Man fiebert mit, man lacht und verachtet, man verdächtigt und bemitleidet und ja, auch Gänsehaut und Tränchen können zur neun Bände überdauernden Reise gehören.

    Und sei es auch nur, weil jemand ein Fläschchen Bier an einem Grabstein abstellt.



    9,5/10

    Womit die Reihe insgesamt bei mir ebenfalls auf dieser Wertung landet. Ganz großes Tennis, bin gespannt, ob mich die 20th Century Boys ähnlich begeistern können.

    VG, God_W.
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  2. #377
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    Die Don Rosa Library 3: Onkel Dagobert und Donald Duck – “Unter Haien“



    Es ist schon ein paar Monate her, seit ich den Band mit Krümelchen zusammen (vor)gelesen habe, aktuell sind wir beim siebten Classic Taschenbuch von Barks, aber wenigstens ein paar Zeilen wollte ich noch zu dem Band schreiben, der in Sachen Aufmachung mal wieder kaum zu toppen ist. Toll gestalteter, stabiler Schuber (zusammen mit Band 4), astreiner Druck, wunderschöne Farben, durchweg interessantes bis hochinteressantes Bonusmaterial, sei es zu den einzelnen Geschichten, oder auch am Ende der dritte Teil von Don Rosas Biografie. Das kann man kaum besser machen und auch Janos Übersetzung gefällt mir noch immer sehr gut. Von der Warte also nix zu meckern.


    Bei den enthaltenen Geschichten geht es diesmal allerdings nicht ganz ohne Kritik ab, aber von vorne. Los geht es mit „Der Landschaftsarchitekt“, in der sich Donald als solcher versucht und ausnahmsweise mal nicht von vorneherein scheitert. Zwar endet selbstverständlich alles in heillosem Chaos, aber das ist diesmal nicht Donald zuzuschreiben! Eine sehr lustige und vor allem wunderschön anzuschauende Geschichte, ein toller Opener. In „Die Zeitdiebe“ werden die Panzerknacker in den Fokus gerückt und die verrückte Fähigkeit die Zeit einzufrieren. Das führt zu vielen aberwitzigen, wenn auch hanebüchenen Ideen und macht wirklich Spaß. Sowas Ähnliches gab es glaube ich auch mal in einer Duck Tales Folge? Der Namensgeber des Bandes, „Unter Haien“ ist für mich tatsächlich auch eines der Highlights des Bandes. Unglaublich detailreiche Bilder gepaart mit dem Atem von großem Abenteuer und altem Seemannsgarn, da steh ich ja total drauf. Das ganze mit einigen verqueren Don Rosa Ideen und den lustigen Enten garniert und schon haben wir eine nahezu perfekte Duck-Story. Apropos perfekte Duck-Story, eine ebensolche folgt auf dem Fuße mit „Rückkehr nach Xanadu“. Indy Jones lässt grüßen, wenn es darum geht auf abenteuerlichen Wegen eine verschollene Stadt zu finden, um die sich zahlreiche Legenden ranken. Dazu ein großer „Schatz“, drohende Gefahr und eine actionreiche Rettungsaktion in letzter Minute. Was will man mehr?


    „Der Duck, der vom Himmel fiel“ variiert das Ikarus-Thema, wirkt aber selbst für Duck-Verhältnisse etwas übertrieben und auch erzählerisch ein wenig unausgegoren. „Abwärts“ ist dafür ein absolut dynamischer Slapstick-Spaß allererster Güte, kommt frisch und einfallsreich daher und vergeht wie im Fluge, äh, freien Fall. Die Insel am Rande der Zeit bietet mal wieder einen spannenden Wettstreit zwischen Onkel Dagobert und Mac Moneysac, karibisch-vulkanisches Abenteuerflair und einen schönen Kniff am Ende. „Der Krieg der Wendigowak“ gehört ja angeblich zu den großen Klassikern, aber im Grunde ist das der Beitrag in diesem Band, dem ich am wenigsten abgewinnen konnte. Die Umwelt-Botschaft, die in dem Band ja allgemein schon öfter malträtiert wurde, kommt mir irgendwie zu aufgezwungen und holzhammermäßig daher, die Eingeborenen finde ich leider nicht sonderlich witzig und auch Krümelchen musste nicht wirklich lachen. Donalds spaßiger Ausflug ins Superheldengenre in „Der Supermensch kehrt zurück“ bietet zwar kaum Tiefgang, macht aber Laune und bietet somit einen versöhnlichen Abschluss.


    Zusammengefasst wieder ein sehr schöner Band, aber bei einigen Geschichten gab es kleine Kritikpunkte (die Andere vermutlich nicht so sehen). Insgesamt hat es uns aber wieder viel Freude gemacht und auch wenn jetzt erstmal wieder Altmeister Barks auf dem Programm steht freuen wir uns schon auf Band vier. Wir müssen da eh mal ein bisschen Gas geben, die Bände fünf und sechs im dritten Schuber verweilen ja auch schon auf dem Lese-K2!

    7,5-8/10

    VG, God_W.
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  3. #378
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    Fables: The Wolf among us – Der Wolf geht um 2



    Zweiter Band und die Ermittlungen gehen weiter, denn der Fall war ja am Ende des ersten Bandes alles andere als gelöst. Im Gegenteil, ein böser Cliffhanger mit kleinem WTF-Moment machte es beinahe ärgerlich, dass erstmal eine kleine Pause anstand. Statt einem hat es Bigby jetzt schon mit zwei Morden zu tun, und beide male wurde jemand enthauptet, und der Kopf vor dem Hauptquartier platziert. Was hat diese „Botschaft“ nur zu bedeuten und wer hat sie geschickt?

    Den Holzfäller hat der Wolf als Verdächtigen mittlerweile ausgeschlossen, also ist guter Rat teuer, vor allem weil unser Schnüffler vom stellvertretenden Bürgermeister Ichabod Crane massiv unter Druck gesetzt wird. Bluebeard ist sogar schon so weit Folter einzusetzen, um Informationen aus vermeintlichen Zeugen und Kleinkriminellen herauszupressen. In der Trip Trap Bar, wo es vielleicht wichtige Hinweise geben könnte, ist Bigby bei der Barkeeperin, Jack (of Fables) und Grendel nicht mehr so gerne gesehen, seit er letzterem in Band eins den Arm ausgerissen hat.


    Das klassische „Who dunnit“-Muster wird hier schön bedient, in Rückblenden werden wir in das berühmte Städtchen Salem versetzt, wo sich zwischen einem finsteren Drama um Hexerei interessante Aspekte aus Bigbys und Cranes Vergangenheit entfalten und in der Gegenwart tun sich Abgründe auf, wenn Schicht um Schicht eine ganz schön schmuddelige, abgründige und ein klein wenig perverse Noir-Story freigelegt wird. Allerdings muss ich schon sagen, dass sowohl die Ermittlungen als auch der Erzählfluss einige male ein klein wenig ins Stocken geraten, charakterlich viele Stereotypen geboten werden und sich die Auflösung schon von weiter Ferne ankündigt. Dennoch eine schön dreckige, unterhaltsame Detektivstory mit dem gewissen Fable-Witz und toller Einbindung verschiedener Märchen und Mythen.

    7/10

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  4. #379
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    Bevor ich mich in meinen herbst- und winterlichen Horror- & Wikinger-Run stürze werde ich zuvor auf alle Fälle noch The Unwritten beenden, aber ich will mich auch endlich mal zwei Viererpacks widmen, auf die ich schon eine Weile gespannt bin. Den Ersten, weil ich über den noch fast gar nichts gehört habe, den Zweiten, weil man da nahezu ausschließlich gar Fürchterliches vernimmt.


    Conan der Barbar 1 – Die Königin der Schwarzen Küste (2012)



    NOCH eine Nacherzählung dieser alten Geschichte? Gab es das nicht schon zigmal? Ja, schon, und zwar sowohl vor als auch nach dieser Variante von 2012. Gibt es bessere Varianten? Mag sein, Roy Thomas Version ist zumindest weitaus ausschweifender, die Franko-Belgische Ausgabe ist deutlich dichter an der Vorlage von Robert E. Howard. Lohnt es also überhaupt sich diesen Band anzutun? Wir werden sehen.


    Messantia ist die Hauptstadt von Argos und eine üppig funkelnde Perle westlichen Meer, ein Ort an dem man sein Glück machen kann. Oder man verscherzt es sich mit den Wachen, schlitzt einen Richter auf und ist fortan auf der Flucht. So prescht ein ungestümer Jüngling auf seinem schwarzen Ross im vollen Galopp über den Marktplatz. Dicht hinter ihm die Soldaten der Stadt, die näher und näher kommen. Der Bursche rast auf den Hafen zu, den Pier in Sichtweite denkt er gar nicht daran das Tempo zu verringern. Im Gegenteil, er gibt seinem Pferd die Sporen, spornt es an noch schneller zu werden. Ein Sprung aus dem Sattel und über mehrere Anlegepfosten führt den Jüngling auf ein Schiff, gerade im Begriff aus dem Hafen zu segeln - Gerettet.

    Jetzt muss er sich nur noch an Bord Respekt verschaffen, um auch weiter mitgenommen zu werden, was schnell gelingt. Als exakt dieses Schiff kurz darauf von Piraten geentert wird lernt er sie endlich kennen, die Königin der schwarzen Küste. Faszination, Liebe und Verlangen blitzen sowohl in ihren als auch in seinen Augen auf und so beginnt es, das gemeinsame Abenteuer zweier Seelenverwandter – Conan & Belit.


    So weit der weithin bekannte Plot, doch zu meiner Frage, ob sich der Band lohnt: Ich meine ja, und zwar ungemein, allerdings nur, wenn man mit sich mit einigen Gegebenheiten abfinden kann. Autor Brian Wood versucht hier nämlich nicht möglichst dicht an der Vorlage zu bleiben, er will auch keinen Roy Thomas übertreffen, oder eigene Geschichten in der Welt des Cimmeriers erfinden. Was er macht ist eine Art Neuinterpretation. Er nimmt eine der bekanntesten Conan-Geschichten, ändert aber die Ausgangssituation, denn sein Conan ist ein Jüngling, ein ungestümer, unerfahrener Halbwilder, der sich seine Sporen erst noch verdienen und seinen Platz in der Welt noch finden muss. So begleiten wir den jungen Barbaren quasi auf einer abenteuerlichen Coming of Age-Reise, die Wood offenbar als größere, zusammenhängende Geschichte angelegt hat. Er nimmt also allerlei Motive aus der Vorlage und auch das grobe Storygerüst, macht aber etwas sehr Eigenständiges und Neues daraus, etwas was mir außerordentlich gut gefällt muss ich gestehen! Wer sich natürlich krampfhaft an der Vorlage entlanghangelt, oder an Roy Thomas‘ klassischer Marvel-Variante klebt, dem wird das hier eher gegen den Strich gehen und der sollte die Finger davon lassen. Wer allerdings bereit ist unvoreingenommen ranzugehen und sich auf eine neue Interpretation einzulassen, der wird hier prächtig unterhalten und bekommt tolles, rohes, blutiges und charakterstarkes Artwork geboten. Das wirkt entfesselt wie die Jugend, die Conan hier in sich trägt. Ich finde es super und bin gespannt, wie es weiter geht!

    8/10

    VG, God_W.


    Hellblazer 1 – Die giftige Wahrheit (Rebirth)



    Der Rebirth-Hellblazer hat ja mächtig Schelte einstecken müssen in der Community, was ich so mitbekommen habe sogar noch mehr als die New 52 Ausgaben. Aber zum einen war es bei meinem Hellblazer-Lese-Run von alt nach neu irgendwann einmal an der Zeit und andererseits wollte ich mir natürlich selbst ein Bild machen. Wirklich eine Vollkatastrophe, oder doch nur falsche Erwartungen? Schrecklich weichgespült, oder durch („verklärte?“) Erinnerungen an die Vertigo-Zeit unfair abgeurteilt? Ich war gespannt!

    John hatte vor ein paar Jahren bei einer Sache mit einem Dämon Mist gebaut - mal wieder. Daraufhin musste er aus Good Old England flüchten und ließ sich für eine Weile im Big Apple nieder. Jetzt ist er auf dem Weg zurück nach London, nach Hause. Dort eingetroffen nistet er sich, wie soll es auch anders sein, bei seinem Buddy Chaz ein, auch wenn dessen bessere Hälfte davon alles andere als begeistert ist! Aber die Sache mit dem Dämon holt ihn natürlich ebenso ein.


    Das ist ein sehr hopplahopp erzählter Opener, der zwar viele tolle Zutaten hat, aber einfach gar keine Tiefe entwickelt, eher so ein kleines „Welcome back John!“, bei dem neben alten Bekannten wie Chaz und Swampie auch noch All Stars wie Shazam! Und Wonder Woman eingeflochten werden. Ob es das gebraucht hätte sei mal dahingestellt, da wollte man wohl die „normalen“ DC-Fans noch mit abholen, sei es drum. Danach geht es dann in den ersten größeren Story-Arc des Rebirth-Hellblazers, in dem Swamp Thing einen Gefallen von John einfordert, denn der Grünling ist der Meinung, dass seine geliebte Abby in die Fäule entführt wurde. Dazu wird Constantine das Leben von einer ganz elitären Clubgemeinschaft schwer gemacht, die sich als

    Djinn – Ja, diese „Rubbel an der Buddel und ich komm raus“-Gesellen

    entpuppen. Deren Macht ist gewaltig, wie jeder weiß und ihre Absichten sind finster, wie John bald feststellen muss.

    Wie steht es jetzt also mit meinen eingangs gestellten Fragen? Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Kann mit dem von Simon Oliver geschriebenen Hellblazer Spaß haben? Ja, das geht. Die Sache liest sich flüssig, hat keine Hänger, hier und da blitzt etwas Härte und Respektlosigkeit durch aber es stimmt, wirklich hartes „Schlag in die Magengrube Vertigo Feeling“ kommt eigentlich zu keinem Zeitpunkt auf und, dass John seit der New 52 mit Zaubersprüchen auf den Lippen umherzieht finde ich nimmt der ganzen Sache etwas von ihrem Zauber, wenn Ihr versteht was ich meine. Trotzdem habe ich mich gefreut wieder mit dem Trickster losziehen zu können und würde die Story leicht über dem Standard Superheldeneinheitsbrei einsortieren.


    Das Artwork konnte bei mir allerdings keinen Blumentopf gewinnen. Wenn ich am Ende des Bandes lese, was die beiden Künstler Moritat und Pia Guerra schon für Preise eingeheimst haben kann ich das in Anbetracht der Leistung bei diesem Band leider nullkommagarnicht nachvollziehen. Das sieht keinesfalls besonders aus, oftmals sogar unansehnlich, mit seltsamen, detailarmen Gesichtern und wenn es tatsächlich mal etwas aufwändiger daherkommt, dann ist es total glattgebügelter, langweiliger Einheitsbrei ohne Wiedererkennungswert. Passt also so gar nicht zum arrogantesten Großmaul jenseits der Themse.

    5,5/10

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (14.10.2021 um 20:00 Uhr)
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  5. #380
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    Gestern waren wir in James Bond 007 – Keine Zeit zu sterben, weshalb wir uns in der Woche zuvor nochmal die ersten vier Craig-Bonds reingezogen haben. Wie so oft bei einem Re-Watch nach teilweise längerer Zeit hat sich die Wertung teilweise leicht verschoben.

    Casino Royale war der perfekte Einstieg und ist noch heute ein absoluter Knaller, da gibt es kaum was zu mäkeln. 9,5/10

    Ein Quantum Trost hat mir schon wieder noch ein klein wenig besser gefallen als beim letzten mal, auch wenn der Film ein paar kleine Problemchen hat. Für mich sind das die zu hektischen Schnittgewitter bei den Actionszenen, ein absolut blasser und austauschbarer Bösewicht ohne Charisma und die Tatsache, dass er nur in direkter Verbindung mit Casino Royale gut funktioniert. Das gab es zuvor noch nie, weil jeder Bond Film auch immer gut für sich alleine stand und, wenn überhaupt, dann nur marginal mit einem Vorgänger zusammenhing. Letzteres kann man einfach ausmerzen, indem man immer ein Double feature macht, die beiden anderen Kritikpunkte bleiben. 8/10

    Skyfall – Für mich der absolut perfekte Bond-Film. Vom grandiosen Opener über das Titellied, einen famosen Antagonisten und die tiefgreifende und absolut gelungene Staffelstab-Übergabe von M. Nebenbei die Etablierung grandioser Nebencharaktere wie Moneypenny und vor allem dem herausragenden neuen Q. 007 at ist best. 10/10

    Spectre ist ebenfalls ein starker Bond, der aber leider ein wenig im Schatten seines übermächtigen Vorgängers untergeht. Der Titelsong ist nicht ganz so geil wie Adele, Waltz ist zwar stark, hat aber zu wenig Screentime und ist ehrlicherweise in jedem seiner Auftritte in Tarantino-Filmen noch deutlich stärker. Die Lovestory mit der engen Verbindung zu Madeleine Swann (Léa Seydoux) geht mir irgendwie zu plötzlich. Trotzdem macht der Film viel richtig, ist spektakulär und Bautista ist ein extrem cooler Villain-Handlanger der alten Schule, so eine Hommage an den Beißer oder Oddjob aus Goldfinger. 8,5-9/10

    Keine Zeit zu sterben stellt für mich den perfekten Abschluss von Craigs insgesamt überragendem 007-Run dar. Wie schon bei Quantum sollte man den Film zwar nicht als allein für sich stehendes Werk betrachten, denn es gibt reichlich Verbindungen zu den Vorgängern, vor allem natürlich zu Spectre, denn Léa Seydoux und Christoph Waltz sind neben der Bond-Typischen Stammbesetzung auch wieder mit von der Partie, aber das stört mich Null die Bohne. Vielmehr merkt man dem Franchise an, dass es sich mal wieder ein Stück weit neu erfunden hat, ohne die alten Wurzeln zu vergessen. Dass ein Held wie 007 auch tiefer gehende Gefühle zeigen und sich wirklich innig verlieben darf zeigt, dass die Filmreihe mit der Zeit geht. Da werden nicht in jedem Film drei neue Betthasen flachgelegt, in jedem zweiten die große Liebe geheuchelt und im nächsten Streifen weiß niemand mehr was davon, nein, hier wird emotionale Tiefe geboten, die man in diese „One-Movie-Stands“ einfach nicht reinbekommt.

    Trotzdem haben wir hier alles was einen prächtigen 007-Streifen ausmacht und dazu massig Fanservice an alte und neue Fans gerichtet. Angefangen bei den absolut spektakulär inszenierten Actionszenen, bei einer wird der DB5 nochmal richtig fett in Szene gesetzt, was habe ich das gefeiert. Der Bond-Song von Billie Eilish ist deutlich besser als befürchtet, auch wenn er nicht mit den ganz ganz großen mitspielen kann. Das Intro ist mal wieder äußerst gelungen. Waltz und Malik als Bösewichte mit unterschiedlichen Zielen sind für sich genommen beide spitze, weil äußerst charismatisch. Waltz kommt für meinen Geschmack ein wenig zu kurz, Malik hat zwar ebenfalls nicht allzu viel Screentime, weiß diese aber perfekt zu nutzen. Ganz stark! In einer Szene mit M in einer Nische des MI6 Gebäudes hängt an der Wand ein Bild von Bernard Lee dem langjährigen ersten M, die schreckliche Schreibtischdeko von Judi Dench hat auch wieder einen Auftritt. Die Antagonisten aller Craig-Bonds finden nochmals Erwähnung und auch Felix Leiter hat wieder einen großen Auftritt. Dazu führt Ana De Armas einen äußerst sympathischen Nebencharakter ein, den ich gerne noch öfter sehen würde. Keine Ahnung, ob wieder „Stammpersonal“ mit zum nächsten Bond übernommen wird, aber bei der würde es mich genauso wie bei M und vor allem bei Q sehr freuen!

    Der manchmal etwas flapsige Humor erinnert teilweise an Roger Moore Zeiten, ich glaube ich habe noch bei keinem Craig-Bond so gelacht.

    Von Gleitfliegern bis zu Mini-U-Booten werden coole technische Spielereien geboten und der böse Obermacker hat eine riesige unterirdische Basis auf einer abgelegenen Insel.

    Apropos Insel, neben UK, Italien usw. werden mit Kuba und Jamaika auch wieder allerlei exotische Schauplätze geboten. Insgesamt ein 007-Best-Of mit einem runden Ende für die Craig-Ära, über welches es sicher noch Diskussionen geben wird. 9,5/10

    VG, God_W.
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  6. #381
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    Invasion! (DC Comics Graphic Novel Collection Special 10)



    Im Grunde bin ich ja nicht so der Liebhaber von Superheldencomics, zumindest nicht, wenn sie von den beiden großen Playern kommen. Also abseits von Bats und allgemein der dunklen Seite von DC halte ich mich von diesen Gefilden in der Regel fern. Jetzt hat Panini kürzlich mit dem Grant Morrison Run zur Doom Patrol einen fetten Omnibus rausgehauen, der selbstredend mein Interesse geweckt hat. Durch ein paar Infos im Forum wurde ich schließlich mal wieder verleitet etwas mehr Geld auszugeben und mir diesen Sonderband der DC Graphic Novel Collection zuzulegen, da hier ganz am Rande ein paar Ereignisse abgehandelt werden, die zur Teamzusammensetzung führen, wie die Doom Patrol dann in den Morrison-Run startet. Ja, das muss man nicht unbedingt lesen und ja, solche großen „Krisen-Events“ kann ich im Grunde gar nicht leiden. Aber hey, wenn der innere Monk sagt: „Jetzt weißt Du schon, dass das dazugehört, also lies es auch!“ Dann höre ich natürlich brav auf den. So lasset die Invasion beginnen!


    Das Dominion mit seinen Dominators ist eine äußerst planerische, und in der Eigenwahrnehmung kluge Rasse. Sie haben festgestellt, dass die Erde eine Anomalie in ihrem bekannten Universum darstellt, denn die unglaubliche Menge an Superhelden, die unsere Welt hervorbringt, ist einfach nicht normal. Schuld sind hauptsächlich Marvel und DC. Nein, quatsch, natürlich geht es hier nur um DC, aber da in Invasion! keine Metaebenen eingeflochten wurden (obwohl sich das angeboten hätte), wird ein anderer Grund gefunden. Ein ganz spezieller Bestandteil unseres Genoms, der in vergleichsweise vielen Menschen verankert ist, sorgt im Falle von außergewöhnlichen Gefahr- oder Stresssituationen für eine sprunghafte Mutation, die oftmals gerade den negativen Einfluss umkehrt, der den Stress bzw. die Gefahr verursacht hat, und in eine Superkraft verwandelt.

    Die somit entstandene Überpopulation von Superhelden macht uns in den Augen des Dominion zum gefährlichsten Planeten der Galaxis und darüber hinaus. Wir müssen also gestoppt werden, wozu sich die Dominatoren gleich mit einem ganzen Schwung weiterer Rassen zusammengetan haben, die sie von der Gefahr, die von uns ausgeht, überzeugen konnten. Schwupps, sind wir mitten drin in der Invasion.


    Das klingt alles ein wenig trashig, und mit den Anleihen an alte und neue Filme, wie Alien-Entführungen, Experimenten an Menschen usw. ist es das auch. Zum Glück nimmt sich die Story wirklich nicht allzu ernst, also zumindest hoffe ich das, denn die Dialoge, sowohl auf Invasorenseite, als auch zwischen unseren Helden erinnern zuweilen eher an eine Parodie, als an einen Kampf um das Überleben der Menschheit. So macht es echt Laune, wenn sich die Angreifer untereinander dissen und kabbeln, der Blue Beetle ständig Wonder Woman anbaggert und Green Lantern den rassistischen Großkotz raushängen lässt.

    Der Einstieg in die Story ist in Invasion! 1 sehr stimmig aufgebaut, bringt die Fraktionen zusammen und erläutert deren Motivation. Sehr cool, dass die Helden der Erde dabei erstmal komplett außen vor gelassen werden. Anschließend geht es in die Einzelhefte der am stärksten eingebundenen Helden, teilweise mit parallelen Ereignissen. Da kann ich Justice League International #22 und Wonder Woman Vol.2 #25 positiv hervorheben, macht richtig Laune und behält den Trashfaktor bei. Sups Vol.2 #26 glänzt mit Voodoo-Puppen und die Doom Patrol harmoniert in Doom Patrol Vol. 2 #17 einwandfrei mit Aquaman, äußerst kurzweilig! Power of the Atom #7 konnte mich nicht so wirklich mitreißen und ausgerechnet Bats macht in Detective Comics #595 die mieseste Figur. Langweilige Story, in der auch noch Ami-Typisch Kuba ganz schön runtergemacht wird.


    Darauf folgt dann in Invasion! 2 das vermeintliche Finale, die große, actionlastige Schlacht um den blauen Planeten. Da kracht und knallt es an allen Fronten, storymäßig wird nicht mehr viel geboten, dafür geht es mächtig vorwärts und die Seiten fliegen nur so dahin. Doch Überraschung, in Invasion! 3 nimmt das Ganze dann doch noch mal eine schöne Wendung. Allerdings wird aus dem Twist meines Erachtens nicht genug gemacht, die interessanteste Dominion-Figur wird nicht wirklich in den Fokus gerückt und das Finale zu schnell abgehandelt.

    Insgesamt ein ganz spaßiges Event, wenn man es nicht allzu ernst nimmt. Ich hoffe das war damals auch schon so gedacht, kann mir nicht vorstellen, dass 1989 noch so naiv geschrieben wurde, ohne dass dahinter ein dickes Augenzwinkern steckte, und als kleine Hinführung zur Doom Patrol von Morrison würde das ja ebenfalls ganz gut passen, denn da erwartet mich sicher noch deutlich abgefahrenerer Stoff. Das Artwork ist zumeist brauchbar, streckenweise sogar überraschend detailliert, hat aber auch Ausreißer nach unten und vor allem die Kolorierung wurde häufig in den Sand gesetzt mit deutlich übermalten Linien und übergroßen Klecksen, wo eigentlich Feinheiten sein sollten.

    6,5-7/10

    Neben Invasion 1-3, erschienen Januar bis März 1989, enthält der Band noch folgende Hefte:



    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (21.10.2021 um 08:11 Uhr)
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  7. #382
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    Hellblazer 2 – Stadt der Irrlichter (Rebirth)



    Die Djinn (ja, die aus 1001 Nacht) wollen die Welt für sich zurückerobern. Von glücklicher, friedlicher Koexistenz hält Marid, der Obermacker der mächtigen Zauberwesen herzlich wenig, weshalb es dringend Zeit wird, dass Constantine etwas gegen die Sache unternimmt. Zwar scheinen die Djinn selbst sich in dieser Frage auch uneins zu sein, warum sonst hätte der finstere Marid wohl seinen Bruder Adnan in eine andere Dimension verbannen und einsperren sollen, aber das allein hat der Menschheit in diesem ungleichen Kampf noch keinen Bonus verschafft.

    So kommen John und seine Verbündete, die süße Mercury nach Paris, der Stadt der Irrlichter, äh… der Liebe. Sie glauben hier herausfinden zu können, wie die Djinn besiegt werden können und außerdem hat Mercy noch eine kleine Extraaufgabe, die Swampies Freundin Abby und die Fäule betrifft. Wie man den Hellblazer so kennt läuft quasi gar nichts nach Plan und so landet er nicht nur zwischenzeitlich im Knast und die allgemeine Bedrohungslage wird eher verschlimmert als abgemildert, es werden auch wieder gänzlich Unschuldige mit in die Misere gezogen, wie das halt meistens so passiert, wenn man sich in der Nähe des Tricksters rumtreibt. Und was hat es eigentlich mit dieser Expedition auf sich, die in den 30er Jahren tief in die arabische Wüste vordringt?


    Im Grunde hat der Band alle Zutaten, die es braucht, um eine hervorragende Hellblazer-Story abzuliefern. Fiese und mächtige Gegenspieler, coole Sidekicks wie Mercury, ehemalige Freunde und Feinde wie Papa Midnight und all das wunderbar miteinander verstrickt. Dazu gibt es von mir einen fetten Bonus für die beiden Hauptschauplätze Paris und die Rub Al-Chali, die größte Sandwüste der Welt. Beides durfte ich schon besuchen und war maximal begeistert und verzaubert. Eine Horde Werwölfe darf auch mitmischen und die Viecher finde ich schon seit Lon Chaney Jr. cool. Also alles tutti, ein fettes Paket.

    Nur leider zündet das alles nicht so richtig. Die Story ist leider nicht packend genug erzählt, ist für einen Hellblazer auch viel zu zahm, richtiggehend zahnlos. Da fehlt Blut, Dreck, schockierende Wendungen, bitterböse Dialoge mit schwärzestem Humor und eine fette Portion Egoismus. Dazu kommt wieder allerlei „kindliches“ Zauberzeugs wie fliegende Schuhe, richtige Zaubersprüche usw. Nein, das ist vielleicht ein netter okkulter Abenteuer-Flick, aber von einem waschechten Hellblazer-Run doch meilenweit entfernt.


    Optisch fängt das Ganze mit Philip Tan, den ich supergerne sehe, absolut hervorragend an (sicher nicht jedermanns Stil, aber ich feiere den Mann seit ich ihn an Spawn erleben durfte), lässt nach dem zweiten Heft aber leider auch wieder stark nach. Simon Oliver finde ich nicht so geil, sorry. Optisch also Durchschnitt, Story nett aber nicht mehr, dazu fehlt der Hellblazer-Drive, Bonuspunkt für Paris und Rub Al-Chali, sonst würde ich wohl noch einen Punkt niedriger landen.

    6/10

    Ach, bevor noch einer fragt: Ja, das ist dieser fast schon „legendäre“ Band mit dem pixeligen Cover. Da hat wohl jemand Mist gebaut und es wurde bei Erscheinen (das war vor meiner Comic-Zeit) wohl ziemlich breitgetreten bzw. hochgekocht sein. Ja, schön ist anders, aber hey, ich lese meistens IM Comic und schaue mir nicht stundenlang das Cover an.

    VG, God_W.





    Conan der Barbar 2 – Liebe und Tod (2012)



    Die zweite Runde mit einem etwas jüngeren Conan bringt zwei abgeschlossene Erzählbögen, sozusagen zwei Etappen im Lebensweg des Barbaren mit sich. Ich habe zwar noch nicht alle Originalgeschichten von Robert E. Howard gelesen, meine aber, dass für diese beiden Stories keine Vorlagen des Meisters existieren. Korrigiert mich gerne, wenn ich hier falsch liege!


    Als erstes geschieht etwas, was ich bei Conan so noch nie gelesen habe und womit ich auch nicht gerechnet hätte. Conan kehrt in seine Heimat zurück und zwar mit seiner von ihm angebeteten Gefährtin Belit im Schlepptau. Doch das Widersehen mit alten Bekannten läuft alles andere als herzlich ab, denn die Schatten der Vergangenheit scheinen Conan einzuholen. Irgendein brutaler Tunichtgut zieht durch die Lande, macht ein Dorf nach dem anderen nieder und gibt sich dabei als Conan aus. Das will der wilde Cimmerier selbstredend nicht auf sich sitzen lassen und zieht los, um den Hochstapler aufs Korn zu nehmen. Währenddessen wird Belit von allen argwöhnisch beäugt und hat ihre liebe Mühe damit sich den harten, und vor allem kalten Lebensumständen so hoch im Norden anzupassen. Ja, das Schiffsdeck an der schwarzen Küste ist selbst bei stürmischer Witterung noch ein weit wärmerer Ort als die schneebedeckten Felsen von Cimmerien.

    Die zweite Hälfte des Bandes ist tragisch, bedrohlich und melancholisch, geht es doch um eine schreckliche Krankheit, die an Bord der Tigerin um sich greift. Wird es Conan gelingen ein Mittel gegen diesen unsichtbaren Feind zu finden? Wo Schwerter versagen ist der abergläubische Krieger ja oftmals schnell mit seinem Latein am Ende. Das Wechselspiel aus glühender Leidenschaft und schleichendem Horror wusste mich sofort zu packen, ganz starker und auch harter Tobak.


    Na, wenn das nicht mal einen guten Schwung frischen Wind in die Geschichten rund um den berühmtesten aller Barbaren bringt! Ich bin äußerst angetan von der erfrischend freien Interpretation und des fesselnden Schreibstils, den Brian Wood bei seiner Arbeit an Conan an den Tag legt. Auch das Artwork kann ich bei diesem Band wieder durchgehend nur als äußerst gelungen bezeichnen. Alle drei Künstler haben einen recht kantigen und eigenwilligen Stil, der dennoch untereinander starke Unterschiede aufweist und viel Widererkennungswert bietet. Das ist nicht 08/15 und polarisiert sicherlich, ich finde es super und freue mich schon, denn wie ich lesen durfte sind sowohl der Autor als auch einige der Zeichner bei den Northlanders vertreten, die ich in Kürze bei einem Lese-Run zum Thema Wikinger und dergleichen in Angriff nehmen will.

    8,5/10

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  8. #383
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    Doom Patrol von Grant Morrison – Deluxe Edition



    Da liegt er also, der massivste Brocken, den Panini Deutschland bislang rausgehauen hat. Mit annähernd 1.300 Seiten und über fünf Kilo Gewicht sicher nicht ganz easy im Handling, aber mit einem Leseknochen (siehe meine Rezi zum Wewolf by Night) kann man es sich beim Lesen doch ganz gut gemütlich machen und die abgefahrene Freakshow auf sich wirken lassen.

    Schon während des Vorwortes merkt man, der Mann (Morrison) ist etwas, äh, ich sag mal „speziell“. Allerlei abstruser Lektüre, seltsamer Weltbilder und bewusstseinserweiterten Mitteln scheint er recht aufgeschlossen gegenüberzustehen, das Versinken in psychedelische Gedankenwelten scheint zu seinem Alltag zu gehören und er lässt keinen Zweifel daran: Die Doom Patrol ist das Werk, in welches er diese besondere Art von Energie und Kreativität einfließen lassen wird (bzw. jetzt ja schon hat). Also, bereit für einen wilden Ritt? Auf geht’s…


    Zum Glück wurde während des, die gesamte DC-Welt überspannenden Events Invasion! bereits der Grundstein für Grant Morrisons Doom Patrol gelegt. Der Großteil der Teammitglieder ist also entweder tot, verletzt, in der Klapse oder hat keinen Bock mehr mitzumachen. Ideale Voraussetzungen also. So starten wir in den ersten Vierteiler, in welchem ein Roboter-Mann mit seiner Psyche zu kämpfen hat, aber wieder Stabilität in sein gestraucheltes Leben bekommt, als er einer Lady mit mannigfaltigen gespaltenen Persönlichkeiten hilft diese zu katalogisieren und kennenzulernen. Wo drei Entitäten zu einer verschmelzen, ein ehrgeiziger Rollifahrer niemals aufgibt bei seinem Vorhaben, eine schlagkräftige Heldentruppe gegen die ganz besonders speziellen Bedrohungen unserer Welt zusammenzustellen, und wo es schließlich tatsächlich gelingt einen(!) Typen mit wirklichen echten Superkräften für die Patrouille zu gewinnen.

    Zum Glück kam die Truppe gerade noch rechtzeitig zusammen, denn als eine in sich selbst als Paradoxon geschaffene Welt droht sich in der unsrigen zu manifestieren, mit dieser zu verschmelzen und unsere dabei scherenschnittmäßig aus ihrem Dasein zu tilgen, gibt es nur eine abgefahrene Heldeneinheit, die vielleicht in der Lage wäre uns alle zu retten…

    Auch ohne Schutzumschlag ein schickes Büchlein:


    Das war doch exakt so ein Einstieg, wie ich ihn mir erwartet und erhofft hatte. So haben sich die Dinge während der ersten vier Hefte (#1 9-22) also weitgehend zusammengefunden und es wird Zeit, dass wir endlich ein paar Schmetterlinge fangen gehen. Bzw. gehen wir den Schmetterlingssammler besuchen, der hat nämlich Hochzeitstag und sich ausgerechnet das komatöse unter den Doom Patrol-Mitgliedern zur Gattin erwählt. Das findet der Rest der Truppe natürlich gar nicht gut und versucht die Schließung dieses Bundes zu unterbinden. Das ist gar nicht so einfach, haben sie es mit Jack doch in dem von ihm gebauten Haus zu tun, oder auch mit Jack the Ripper, oder auch mit Gott höchstselbst – wer weiß das schon so genau? Währenddessen zieht ein kleines Mädchen ins Hauptquartier der Doom Patrol ein. Dorothy ist eine Mischung aus der gleichnamigen jungen Lady aus dem Zauberer von Oz und Frankenstein, dem Schrecken mit dem Affengesicht (falls hier jemand diesen grandiosen Kaiju-Klassiker kennt). Klar hat sie auch ein paar ganz besondere geistige Fähigkeiten, die sind vorerst aber eher gefährlich statt nützlich.

    Nachdem Rhea wieder zurückgeholt wurde, noch immer im Koma liegend (oder ist das ein Verpuppungszustand?), und die Party mit Dorothys imaginären Freunden so langsam ausklingt wird es Zeit, dass wir endlich etwas mehr über Mister Nobody erfahren, denn der trat in den vorangegangenen Heften schon öfter mal am Rande in Erscheinung, und scheint alles andere als ungefährlich zu sein! Schließlich bekommt es unsere illustre Heldentruppe nicht nur mit ihm alleine zu tun, nein, der… äh, … was ist der eigentlich? Egal, auf jeden Fall hat er eine ganze Organisation aus seltsam anmutenden Individuen zusammengeklaubt, die auf den furchterregenden Namen „Bruderschaft des Dada“ getauft wird und für unsere Welt eine maximale Nonsens-Gefahr darzustellen scheint.

    Hier nochmal im Detail der Inhalt des Bandes:



    Als es dieser gefährlichen Bruderschaft schließlich gelingt „Das Gemälde das Menschen Frisst“ in ihren Besitz zu bringen, aus diesem Kunstwerk „Das Gemälde das Paris verschlingt“ macht und scharf drauf zusteuert „Das Gemälde das die Welt verschluckt“ zu etablieren, bleibt der Doom Patrol nichts anderes übrig als in die, aus unendlich vielen Ebenen bestehende, Bilderwelt hineinzuspringen, um die Vernichtung der Welt aufzuhalten. Klingt Gaga? Ist aber „Dada“ Und trotz all des Nonsens richtig unterhaltsam, spannend und vor allem ausgeklügelt zu lesen. Da werden verschiedene Kunststile interpretiert und überraschend sinnvoll in die Geschichte eingeflochten. Das Abgedrehte Universum folgt sichtlich ganz eigenen, aber in sich schlüssigen Regeln, was gerade in so einem Fall für die Glaubwürdigkeit enorm wichtig ist. Der finale Fight gegen einen Reiter der Apokalypse ist fulminant, die Gastauftritte von Sups, Animal Man, Blue Beetle und co. sind spaßig und die herausragenden Cover von Großmeister Simon Beasley, mit denen die Doom Patrol ab diesem Story-Arc erstmal aufwarten kann sind eine wahre Augenweide.

    Der harte Finalkampf zur Abwendung der letzten Bedrohung hat auch Opfer gefordert, was uns im Folgeheft (#33) den idealen Vorwand bietet zusammen mit Cliff in die wundersame Welt von Janes innerer U-Bahn vorzudringen und einige ihrer Persönlichkeiten näher kennenzulernen. Anschließend erstrahlt Cliff in völlig neuem Glanz und ein neuer – wer hätte es gedacht - sehr abgefahrener Gegner, scheint sich gegen die Doom Patrol zu stellen. Wo Licht ist, da ist auch Schatten und black ist bekanntermaßen beautiful, so ist Cliff über seine neue Rüstung ziemlich happy, bis uns Morrison im Schnelldurchgang eine abgefahrene Variante der „Maschine entwickelt Bewusstsein“-Geschichte präsentiert. Wenn der eigene Körper plötzlich einen eigenen Willen entwickelt, kann das schon nervig sein. Vor allem, wenn man sich gerade gar nicht darin befindet, sondern in einem mit Nährflüssigkeit gefüllten Reagenzglas, und jetzt um seine Existenz diskutieren muss. Ganz nebenbei kommen noch zwei Widersacher, vermutlich bereits aus der alten Doom Patrol bekannt (?) hereingeschneit, was die Trash-Granate perfekt macht, denn sprechende, schwer bewaffnete Gorillas sind einfach immer ein Joker im Kartendeck.


    In den Heften #35 und #36 wird es dann richtig weird! (Nein, hatten wir ja bislang noch gar nicht) Während Teile der Doom Patrol noch dabei sind ihre Fähigkeiten zu erforschen und andere Crewmitglieder mit ihrer Psyche und ihrem Selbstwertgefühl hadern, schart ein ultranormaler Normalmensch die „Männer von N.I.R.G.E.N.D.W.O.“ um sich um alles Merkwürdige, Anormale, Exzentrische und Seltsame auf der Welt zu eliminieren. Erstes Ziel ist die lebendige (also tatsächlich mit Eigenleben ausgestattete) Straße Danny. Deren Eliminierung kann die Doom Patrol natürlich nicht zulassen. – Aber Moment – ist die Patrol selbst nicht auch ein „klein wenig“ merkwürdig und exzentrisch?

    Was hab ich gelacht bei den beiden Heften. Teilweise war es sogar recht traurig und man konnte richtiggehend Mitgefühl mit den Patrol-Mitgliedern entwickeln, wenn es halt nur nicht so verdammt witzig wäre und ich nicht einen „dezent“ schwarzen Humor hätte. Einige Passagen mit den „Normalo-Heile-Welt-Typen“ haben mich dann auch noch an die ersten Folgen von Marvels WandaVision erinnert, die fand ich ja auch absolut großartig.


    Der Schläfer ist erwacht! Nein, wir sind nicht bei der neusten Verfilmung von Frank Herberts Sci-Fi Klassiker Dune angelangt (die übrigens ganz hervorragend geworden ist), nein, es ist ein Mitglied der Doom Patrol, welches nach langem Koma/Schlaf/Verpuppung/Wasauchimmer wieder im Wachzustand durch die Gänge des Hauptquartiers der Truppe wandelt. Spärlich bekleidet und mit feuerroter Mähne wäre Rhea auch so schon ein faszinierender Anblick, doch ihr durchaus als stoisch zu bezeichnender Gesichtsausdruck, sowie ihre beiden übergroßen Augen, eines auf der Brust über dem Busen und eines als Arschgeweihersatz, sorgen für eine ganz besondere Ausstrahlung.

    Um dem frisch entpuppten Schmetterling bei der Selbstfindung zu helfen besucht die Doom Patrol Rheas ehemaliges zu Hause, einen etwas absonderlichen Zirkus mit Freakshow. Doch ihr Erwachen hat ebenso die Aufmerksamkeit anderer Parteien erregt. Die Geomanten und die Anathematiker befinden sich seit ewigen Zeiten in einem absolut sinnbefreiten Krieg (als wäre das nicht bei allen Kriegen so, aber hier wird es nochmal ganz enorm verdeutlicht), auf der Erde befindet sich die wichtigste Pilgerstätte beider Parteien (kommt das noch jemandem bekannt vor?) und Rhea ist irgendetwas zwischen Messias, allmächtiger Waffe und Schlüssel zum Sieg, so zumindest der Glaube.


    Wem das noch nicht abgedreht genug ist, der darf in einer ganzen Reihe kurzer Prologe mysteriösen, Puzzleteilartigen Ereignissen beiwohnen, die Straße Danny, seines Zeichens Transvestit mit Teleportationsfähigkeiten, wird diesmal von den RICHTIGEN Männern von N.I.R.G.E.N.D.W.O. gejagt (ja die vorherigen waren wohl nur Fake) und ein Typ namens Flex Mentallo, der in Danny der Straße wohnt, gewinnt mehr und mehr an Bedeutung, da scheinen noch so einige Geheimnisse versteckt zu liegen. Den Typ hatte ich eigentlich als unwichtigen Nebencharakter abgetan, aber da hat mich Grant Morrison mal wieder eines Besseren belehrt, denn nichts passiert in seinen Geschichten ohne Grund. Das große Finale ist dann ein Morrisonsches Gehirnverwindungsgeschwurbel allererster Güte. Am Faszinierendsten ist, dass es dem Mann gelingt, dass ich beim Lesen tatsächlich glaube den Sinn dahinter zu verstehen, Wahnsinn! Davon abgesehen ist „Dunstköter“ aber auch einfach eine geile Wortschöpfung und der brachiale Fight gegen diese Biester führt immerhin zu einer maximal coolen Metamorphose eines Mitgliedes der Patrol.

    Damit ist zwar eine Krise abgewendet, aber das nächste Weltuntergangsszenario wurde mit den Prologen ja bereits angetriggert, und wird auch weitergesponnen. Derweil bezieht die Doom Patrol ihr neues Hauptquartier in einer lebendigen Straße, die sich *schwupps* an jeden Ort der Welt beamen kann. Geiler geht ja wohl nicht! Die Origin von Flex Mentallo, der sich als abgehalfterter Superheld herausstellt, ist dermaßen freaky, ich hab mich ja bald weggeschmissen, ganz zu schweigen von seiner enormen Superkraft! Auf jeden Fall lernen wir, dass es nicht möglich ist das Pentagon einfach durch Anspannen seiner Muskeln in ein rundes Gebäude zu verwandeln. Apropos Pentagon, dass sich darunter etwas ultrageheimnisvolles und mindestens ebenso Gefährliches verbirgt wurde in den vergangenen Heften schon mehrfach anklingen lassen, jetzt begeben wir uns in die Eingeweide dieser Geheimbasis. Mein Lieblingszitat aus Heft #43 :

    „Das ist unser sogenannter Déjà Vu-Raum“
    „Ich glaub ich war hier schonmal“




    Weshalb das Pentagon fünfeckig ist bleibt vorerst ungeklärt, doch das Geheimnis um die Herkunft von Flex Mentallo wird schließlich endgültig aufgeklärt. Das hat mich dann sogar etwas an The Unwritten erinnert, die für mich beste Vertigo-Serie, die ich bislang lesen durfte. Umso wichtiger auf jeden Fall, dass es der Doom Patrol gelingt die Auslöschung aller Exzentrizität und Irrationalität auf unserer Welt zu verhindern, denn das ist die Bedrohung, die aktuell ins Haus steht und Alexander Graham Bell ist daran nicht ganz unschuldig! (Der hat das erste Telefon zum Patent angemeldet, ob er auch der Erfinder war, darüber darf gerne diskutiert werden).

    Heft #45 ist dann ein waschechter Horror-Schocker – zumindest für Vollbartträger wie mich, denn der „Beard Hunter“ macht gnadenlose Jagd auf Bärte, wie sein Gürtel voller Trophäen eindrucksvoll beweist. Die Träger selbiger werden vor der Extraktion der Beute nicht selten endgültig ausgeschaltet. Kann man ja schon beinahe als Slasher bezeichnen das Heft! Dennoch kann ich dem Autor zu der intelligenten Einbindung dieser vollkommen abstrusen Idee nur gratulieren, denn sowohl die psychologische Seite des Ganzen wird fein herausgearbeitet, und der Kniff den Bartjäger als bezahlten Attentäter zu verdingen schlägt eine Astreine Brücke zu unsrer Heldentruppe.


    Puuuh, von dem Schrecken erstmal erholt, nochmal mit vollem Bart davongekommen, ist die folgende Runde Happy Ends geradezu Balsam für meine Seele. Aber natürlich wären wir nicht bei der Doom Patrol, wenn das nächste Desaster nicht schon vor der Tür stehen würde. Tatsächlich hat sich das durch einen Move von Dorothy schon unter dem Pentagon bei den Telefon-Jungs im Ameisenbau angekündigt. Währenddessen kapiert Cliff in Sachen romantischer Avancen mal wieder gar nix und ein gänzlich neuer, rätselhafter Charakter namens Dr. Silence tritt auf den Plan. Keine Ahnung wer oder was das ist und welche Absichten er hegt, aber während alldem kommt Professor Caulder mit der Inbetriebnahme seines „Think Tanks“ (was für ein geiles Wortspiel bei der Schwimmbad-Optik!) zügig voran. Ich werde das Gefühl nicht los, dass hier gerade Grundsteine für massenweise Storystränge gelegt wurden und ich habe keine Ahnung wo die hinführen sollen. Ja, vermutlich hat das der Autor genau so beabsichtigt.

    Um das jetzt nicht allzu sehr zu spoilern sei nur gesagt, dass Dr. Silence offensichtlich ein ausgesprochener Kunstliebhaber ist, was im Verlauf von einigen Heften zum Widersehen mit alten Bekannten führt. Bei Rebis gibt es Schicksalsschläge zu verdauen, die seinen Freunden offensichtlich mehr Kummer bereiten als ihm selbst, Jane lässt mal wieder ein paar neue Persönlichkeiten an die Luft und auch der Tod persönlich schlendert mal vorbei.


    Die Sex-Men mit den blauen Brustwarzen sind auf Janes neue Charaktereigenschaften nicht allzu gut zu sprechen, ein Mister Evans mit Hirn-Periskop wollte jedoch exakt diesen Zustand erreichen, was selbstredend zu Meinungsverschiedenheiten führt. Da wird neben abgedrehten Ideen auch mal wieder fetzige Action mit reichlich Blut und nebenher sogar ein Ausflug in die schwimmende Stadt geboten. Ich will auch mal nach Venedig! Davon abgesehen ist Heft #48 mit reichlich Anspielungen an Filmszenen und Popkultur allgemein gespickt, davon hat mir die Reminiszenz an Der blaue Engel am besten gefallen, was könnte bei dem aufreizend-erotischen Grundthema denn besser passen?

    In Venedig bleiben wir noch eine Weile und dort verschmelzen Kunst, Mode, Handschuhe und das Fahrrad des LSD-Erfinders, welches exakt wie diese Substanz wirkt, zusammen mit einer illustren Gemeinschaft aus neuen und alten Antagonisten, von denen einer bald Präsident der US of A werden möchte, zu einem wunderbaren Trip, wie man ihn ohne Pillen sonst wohl kaum irgendwo geboten bekommt. Bunt, laut, freaky und zum Feiern lustig, gespickt mit abwechslungsreichem Artwork von vielen Gastzeichnern und kleinen Goodies wie der Venus von Milo führt uns die Jubelnummer #50 über in einen grellbunten Gaga, äh… Dada-Wahlkampf-Roadtrip voller psychedelischer Momente und freigeistiger Ideen. Da sind sich die Mitglieder der Doom Patrol sogar mal uneins, wie sie mit der Sache denn am besten umgehen sollten und ich bin total überrascht, dass mich das gar nicht überrascht hat (kleiner Insider, den Ihr nach dem Lesen versteht ).

    „Jeder kann malen, man muss nur die Kritiker ignorieren. Oder in Brand stecken.“




    Dann wird es deftig brutal und die Pentagon-Misere meldet sich nochmal zu Wort, bevor wir Zeuge des übelsten John Constantine-Auftrittes alles Zeiten werden! Oder durften wir doch nur miterleben wie es ist, wenn transvestite Straßen träumen? Wie auch immer, Heft #54 ist dann wieder ein hammerharter Selbstfindungstrip in Morrison-Reinkultur, also wenn er von der Leine gelassen wird. – I love it!

    Dass sich die Pentagon-Geschichte, bzw. die Art, wie die Situation damals gerettet wurde, noch rächen wird war ja abzusehen, und jetzt ist es langsam aber sicher so weit, dass die Doom Patrol die Rechnung präsentiert bekommt. Im Grunde steht hierbei Dorothy im Kern der Erzählung, aber die Reise in die Vergangenheit, die Jane vollzieht ist ganz harter Tobak mit noch heute hochaktuellem, todernstem sowie Wut und Trauer auslösendem Thema. Umso krasser spitz sich die Lage zu, als sich auch innerhalb der Doom Patrol ein ganz langsam gewachsenes Krebsgeschwür des Verrats urplötzlich Bahn bricht, und eine meiner früheren Vermutungen schreckliche Realität werden lässt.


    Mehr kann ich jetzt bis zum Ende von Morrisons Doom Patrol gar nicht schreiben, ohne massiv zu spoilern und den Spaß zu verderben, denn die jetzt folgenden Hefte #54 bis #63 sind dermaßen eng verzahnt, dass ich da mit jedem Satz nur eine wahnsinnige (im Wahrsten Sinne des Wortes) Erfahrung schmälern würde, die jeder selbst machen sollte. Es ist kaum zusammenzufassen, was da sowohl an weltlichen, als auch „abseits“ gelegenen Themen eingearbeitet wird, wie jeder Charakter nochmal sein eigenes, ganz persönliches Trauma zu durchleben hat - und wir mit ihm -, wie grundlegende Fragen über die Menschheit und unsere Gesellschaft angeschnitten werden.

    Als Nachklapp steht dann noch der „Der Tag des Gerichts“ (Judgement Day), das Doom Force Special #1 vom Juli 1992 auf der Speisekarte. Das wirkt wie ein spätes, absolut auf die Spitze getriebenes Over-the-Top-Revival einer gealterten bzw. neu erfundenen Doom Patrol. In der Darstellung von Sexismus absolut schon im Karikatur-Bereich. Ich fand das wahnsinnig witzig, aber kann mich bitte einer aufklären, war das WIRKLICH der Start zu einer neuen Reihe? Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.


    Was lässt sich jetzt abschließend über die nahezu 1.300 Seiten Doom Patrol sagen? Ganz einfach: Vorzügliches, herrlich weird und unangepasst erzähltes Comic-Kino für Erwachsene oder sehr reife Jugendliche. Von Morrisons „Standard“-Superheldenkost (oder besser „Mainstreamarbeiten“?) Kenne ich bislang nur ganz wenig Batman (da soll ein großer Lese-Run 2022 folgen), den Start seines Animal Man, und One-Shots wie Klaus oder WE3. Richtig abgedrehtes Mindfuck-Geschwurbel durfte ich bislang erst einmal bei Nameless erleben, das hat mich wahnsinnig geflasht und zum Grübeln gebracht, habe über kein einen Comic so viel mit Freunden diskutiert wie über diesen. Die Doom Patrol vereint diese beiden Welten meines Erachtens perfekt, ist manchmal dichter am Mainstream, wenn auch niemals wirklich, zu ihren besten Momenten aber auch ganz tief irgendwo zwischen Kleinhirnrinde, Zirbeldrüse und unendlich weitem Äther angesiedelt, ohne jemals ganz so kryptisch und Fragezeichen generierend wie Nameless zu werden. Dabei vor allem immer eins: Großartig unterhaltend!

    Großen Respekt auch, wie „normal“ und unaufgeregt Meister Morrison schon damals mit homo- oder transsexuellen Charakteren umgegangen ist. Wenn das wirklich mal thematisiert wird, steht dann der Kollege, der sich daran stört als Sonderling und Vollarsch da. Das war Ende der 80er und Anfang der 90er sicher noch nicht Gang und Gäbe.

    Bleiben also nur noch zwei Fragen zu klären:

    1. Hat tatsächlich jemals dieses geheime Projekt über einen Gorilla von goldener Farbe das Licht der Comicwelt erblickt?

    2. Sollten wir wirklich alle die Doom Patrol lesen?

    Mit Frage Nummer eins könnt Ihr mir hoffentlich weiterhelfen, Frage Nummer 2 lasse ich ein Zitat aus Heft #63 beantworten:

    „Das ist blöd“
    „So was hat uns bisher noch nie zurückgehalten.“

    In diesem Sinne, macht Euch auf in eine Welt, wo man Gegner nur aus dem Augenwinkel sehen kann, wo aus Straßen ganze Welten erwachsen und wo man – wenn alles Andere keinen Sinn mehr ergibt – zumindest die grandiosen Cover von Meister Simon Bisley (Sláine – Der gehörnte Gott [Dantes Verlag]) bestaunen kann, also wenigstens von Heft #26 bis #48 , danach leider nur noch vereinzelt.

    9/10

    Ich werde mich jetzt mal dran machen und der Doom Patrol-Serie auf Prime Video noch eine zweite Chance geben, die hatte ich beim ersten Versuch nämlich nach der Hälfte der ersten Staffel abgebrochen. Der Start war da also nicht direkt so famos wie bei diesem Band hier, aber wenn die später raus auch nur halb so originell weitergeht wie das hier Gebotene, und wenigstens ein paar wenige Ideen aus dem Morrison-Run aufgegriffen werden, kann sie eigentlich nicht wirklich schlecht sein. Wenn ich mir die Titel der Folgen so anschaue, die da noch kommen, wurde da ganz viel aus diesem Wälzer mit reingepackt und da die Show gerade um eine vierte Staffel verlängert wurde, scheint die Fanbase ja nicht allzu klein zu sein. Ich freu mich jetzt richtig drauf!

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (23.10.2021 um 20:17 Uhr)
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  9. #384
    Mitglied Avatar von berlepsch
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    Cool. Bin bei dem Teil bisher erst bis zum sechsten Heft gekommen. Ich lese es nicht an Stück, sondern ab und zu immer ein Kapitel.

    Mir gefällt's bisher auch. Wobei ich immer das Gefühl habe, die Story zwar grundsätzlich zu verstehen, aber irgendwie auch manches nicht...
    Ging's Dir auch so?

  10. #385
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Ha! Am Stück hab ich den Brecher natürlich auch nicht gelesen, aber die letzten 350 Seiten oder so gingen nahezu in einem Rutsch.
    Also das Meiste hat sich mir dann doch erschlossen, manches erst im Nachgang ein paar Hefte später, aber das Teil ist ja stellenweise auch so gespickt von Anspielungen an alles Mögliche, da habe ich sicher nur einen Bruchteil mitbekommen. Allerdings tut das dem Spaß an der Sache keinen Abbruch und an der ein oder anderen Stelle muss man einfach für sich selbst entscheiden, wie man das interpretieren will - fertig. Da gibt es kein richtig oder falsch.

    Viel schlimmer ist das bei Nameless! Kennst Du das?
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  11. #386
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    Conan der Barbar 3 – Der Fluch der Teufelsbänke (2012)



    Ein Heer von Soldaten und Söldnern schleppt sich durch die sengende Hitze der Wüste von Shem. Es herrscht Krieg zwischen den Stadtstaaten und so branden die Massen von Kriegern nach einem erbarmungslosen Marsch gegen die unnachgiebigen Mauern der Festung Ramah En Ram. Hierher kommt man nicht um Ruhm zu erlangen oder reich zu werden, hier kämpft man ums nackte Überleben. Unter den Mannen des Heeres herrscht eine desolate Moral, niemand glaubt an einen Sieg, ein einziger Gedanke hält die Männer am Leben und gibt ihnen Kraft, ein Ereignis, welches jeden Tag Wert macht noch einmal alle Kraftreserven zu mobilisieren, noch einmal zu Kämpfen, alles zu geben, um sie zu erblicken: Die Frau auf der Mauer.


    Jeden Morgen zeigt Sie sich auf den Zinnen, ein wesen von außergewöhnlicher Gestalt und Schönheit, wie der Geist der Festung, die Rose von Ramah En Ram. Dieser Anblick fesselt die Kämpfer, gibt ihnen Kraft und Antrieb, verleitet sie zu Träumen, Geschichten um die geheimnisvolle Schönheit zu ranken, und immer weiter zu kämpfen. Nur ein Krieger in ihrer Mitte sieht in der wilden, exotischen Schönheit etwas Anderes. Es ist Conan, der Cimmerier, der inmitten dieses Söldnerheeres die Moral oben hält und nicht bereit ist aufzugeben, denn er sieht auf den Zinnen dieser scheinbar uneinnehmbaren Festung etwas Anderes als seine Kameraden. Er sieht seine einzige, seine wahre Liebe, er sieht Belit.

    Wie es dazu kam, und wie die Geschichte weiter geht erzählt uns Autor Brian Wood in der ersten Hälfte dieses Bandes, wo neben gewaltigen Schlachten und blutigen Wüstenabenteuern auch Belits Vergangenheit vor uns ausgebreitet, und die Kraft der Verbindung zwischen der Piratenkönigin und dem Barbaren ausgelotet wird.

    In der zweiten Hälfte kommen wir schließlich zum namensgebenden Abschnitt, dem „Albtraum von den Teufelsbänken“. Die Geschichte startet mit einer großen Portion wilder Leidenschaft, wandelt sich aber schnell in einen intensiven Horrortrip, dem Cimmerier stehen große Kämpfe und Schlachten bevor, bis er schließlich das größtmögliche Abenteuer eines Lebens miterleben darf, die Gründung einer Familie! Wobei sich das Beschützen selbiger im hyborischen Zeitalter oft als gar nicht so einfach erweist. Doch was bleibt, wenn man nach einem langen Kriegerleben zurückblickt? Ein schöner Abgesang, der zeigt was werden könnte, was vielleicht kommt, oder doch schon war? Oder sind wir gemeinsam mit Conan einer Illusion aufgesessen?


    Erneut zwei bärenstark geschriebene Stories, die erste der beiden von Mirko Colak und Andrea Mutti hervorragend in Szene gesetzt. Das Artwork von Davide Gianfelice bei den Teufelsbänken konnte mich leider nicht gänzlich überzeugen. Die Panelgestaltung und die Szenenabfolgen sind super, die Bilder selbst, vor allem die Personen und Gesichter, empfinde ich als unschön. Zu einfach, zu weich, zu plakativ. Keine Ahnung wie ich das beschreiben soll. Sieht irgendwie nicht nach viel Aufwand aus und gefällt mir einfach nicht.

    8/10




    Hellblazer 3 – Der Tod und der Trinker (Rebirth)



    Da liegt man im Bett, draußen graut der Morgen und einem selbst graut es vor dem Schädel, der nach dem Aufstehen kaum durch die Tür passen wird. Ein Kater vom anderen Stern begleitet von nur noch bruchstückhaft vorhandenen Erinnerungen an den Vorabend, also alles beim Alten bei John Constantine, dem Hellblazer. Dazu kommt an diesem ganz speziellen Morgen aber ein weiteres Problem, welches die Leiden in einem solchen Zustand noch um ein Vielfaches verschlimmert. Brütende Hitze! Die scheiß Zentralklima macht Krach ohne Ende, aber kalt wird es nicht. Also hochgequält und zu dem Mistkasten hingeschleppt. Ein harter Schlag gegen den Schacht und *splat* ist man überzogen mit einem Brei aus Blut und Gedärmen – was für ein Start in den Tag!


    Und was für ein geiler Opener für diesen dritten Band des Rebirth-Hellblazers! Allerdings ging es ab da leider nur noch bergab. Okay, das war jetzt vielleicht ein wenig überspitzt, aber die detektivische Rekonstruktion der Ereignisse der letzten Nacht, und einiger weiterer Nächte, die weitaus ferner in der Vergangenheit liegen, ist zwar nicht ganz langweilig, bietet aber auch nicht viel Neues. Dämonenstories gab es ebenfalls schon viele, verflossene Liebschaften des Hellblazers, die irgendwie in eine schreckliche Sache verstrickt sind (zumeist durch seine Schuld) sind auch altbekannt. Neu ist die Einbindung der nordischen Götter- und Sagenwelt, die ich ja sehr gerne mag, aber ich finde die passt nicht wirklich zum Hellblazer. Fragt mich nicht warum, empfinde ich halt so. Dazu diese krampfhaft gezwungen wirkenden Gastauftritte der gesamten DC-Superheldenriege. Die hat da nichts verloren und geht mir ungemein auf den Sack!

    Eine Augenweide war hingegen das hervorragende Artwork von Jesús Merino. Äußerst charakterstark, detailreich, grandioser Schatteneinsatz. Das versprüht einen Hauch von Lee Bermejo und passt super zum Tricktser! Für die zweite Hälfte des Bandes „zeichnet“ dann Davide Fabbri verantwortlich. Dessen Arbeit krankt vor allem an langweiligen, detailarmen Gesichtern. Der Rest mag noch durchschnittlich sein, stinkt im direkten Vergleich mit Herr Merino aber gewaltig ab. – Moment – Gerade nochmal durchgeblättert, der Rest der Zeichnungen ist auch lahm bis lächerlich. Sorry.


    Die dreiteilige Geschichte „Blut im Bargo“ selbst lockt leider auch niemanden mehr hinterm Ofen hervor. Hexenzirkel und Dämonen in lächerlichster Optik, diesmal vor Buddhistisch geprägtem Hintergrund (haben wir bald alles durch?) spicken eine lahme und austauschbare Story, von der ich das Meiste direkt nach dem Schließen des Buches schon wieder vergessen habe. Echt schade, hoffentlich weiß das Finale in Band 4 mehr zu überzeugen.

    4,5/10

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  12. #387
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    Prinz Eisenherz Band 9 - Jahrgang 1953/1954




    Ich hab heute nur wenig Zeit und was soll ich auch groß Aufhebens machen, denn wer bis Band neun dabeigeblieben ist hat längst erkannt welche Meisterschaft Hal Foster an seinem Eisenherz, sowohl erzählerisch, vor allem aber auch bei den wunderschönen, äußerst detaillierten Zeichnungen an den Tag legt. Auch die Jahrgänge 1953 und 1954 stehen dem bisherigen Abenteuer in nichts nach, allenfalls werden die behandelten Themen noch abwechslungsreicher als sowieso schon.

    Den Anfang macht ein historisch verbrieftes Thema, wo christliche Missionare versuchen den Nordländern ihren Glauben näher zu bringen, Druiden darum kämpfen ihre Schäfchen im Stall zu behalten und Eisenherz irdische Götzenbilder zerschlägt. Was davon jetzt richtig oder falsch, was gut oder schlecht war, diese Entscheidung überlässt Autor Foster im Großen und Ganzen ganz geschickt dem Leser. Auch familiäre Konflikte kommen nicht zu kurz, so sind die Abenteuer, die aus Sicht des Prinzen Arn erzählt werden wieder zuckersüß, aber dennoch spannend und strotzen vor Gefahr! Mindestens ebenso gefährlich wird es, wenn Eisenherz sich seiner Gattin widersetzt, oder sie gar „dick“ nennt! :angst: Was ist denn nur in den gefahren!


    Zurück in seiner Wahlheimat muss der tapfere Krieger erstmal seinen König Arthur unterstützen und das Land gegen die Sachsen verteidigen und wird anschließend zu diplomatischen Verhandlungen entsandt. Nach all diesen realistischen Herausforderungen fand ich es wunderbar auch mal wieder ein paar Legenden näher betrachten zu dürfen. Wenn wir orte besuchen, wo die Lady vom See einst lebte, wo Arthur Excalibur empfing, wenn der Zauberer Merlin finstere Vorahnungen weissagt und erneut die wunderschöne Nimue, an die er sein Herz verloren hat erblicken darf, ja da wird mir ganz warm ums Herz, denn das weckt Kindheitserinnerungen, als ich Thomas Malory las und zum ersten mal Excalibur, das Meisterwerk von John Boorman sah.

    Später lernen wir auf den grünen Wiesen Irlands noch St. Patrick höchstpersönlich kennen (ja, den vom St. Patricks Day), Eisenherz muss seine geliebte Frau Aleta dabei unterstützen eine Intrige abzuwenden und die Herrschaft über die Nebelinseln zurückzuerlangen, wir begeben uns gemeinsam mit ihm, dem tapferen Gawain und dessen Knappen auf eine abenteuerliche Pilgerreise ins heilige Land nach Jerusalem und Betlehem, wo Ärger mit den römischen Kohorten selbstredend auch nicht ausbleibt. Was für ein maximal abwechslungsreiches Gesamtpaket diese zwei Jahre geboten haben, es ist der Wahnsinn!


    Im wie immer sehr lesenswerten Vorwort geht Bocola einmal mehr auf Fosters gesamtheitliche Arbeit an den Sonntagsseiten ein, zum Beispiel den Einbezug der späteren Kolorierung, schon beim Zeichnen der Panels. Davon abgesehen ist für mich als Cineast auch die kleine Abhandlung über Eisenherz‘ ersten großen Auftritt auf der Kinolandwand, der 1954 stattfand, äußerst interessant gewesen. Den Film müsste ich mal wieder schauen und ein paar Kindheitserinnerungen wecken. Bis ich die Scheibe irgendwo günstig finde kann ich mich zum Glück schon an den zehnten Eisenherz-Band von Bocola machen, denn das lohnt sich immer!

    9,5-10/10

    Ach shit, doch wieder länger geworden und jetzt isses auch schon wieder ziemlich spät, aber es ist einfach jedes mal verdammt beeindruckend und ein riesiges Vergnügen so einen Foster-Band in Bocola-Qualität zu lesen!

    VG, God_W.
    Über Besuch, Meinungen, Diskussionen etc... freue ich mich immer sehr!

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