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Thema: Just my 2 cents - (nicht ganz so kurze) Reviews von God_W.

  1. #376
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    Monster – Band 9 (Naoki Urasawa)



    Ruhenheim – ein kleiner Ort, gelegen in einem grünen Tal, umgeben von Bergen. Gerade groß genug um alles zu bieten, was man für ein zufriedenes Leben benötigt, sogar zwei kleine Hotels offerieren ihre Gastfreundschaft, aber auch klein genug, dass jeder jeden kennt. Man grüßt sich, man hält einen Plausch und man tratscht auch mal übereinander. Eine kleine Idylle inmitten der Berge, etwas abseits gelegen, sozusagen weg vom Schuss. Ein Kleinod, ein verstecktes Paradies möchte man beinahe meinen. In diese, wie der Name schon sagt, ruhige Umgebung schickt Johann seine Jünger, in etwa so wie einst Max von Sydow „In eine kleine Stadt“ kam. Denn natürlich brodelt es unter der Oberfläche, Neid, Verlustängste und andere größere und kleinere Problemchen brodeln unter der glatten Oberfläche und se braucht es oftmals nur wenig, um die Fassade der Heilen Welt zum Bröckeln zu bringen.


    Als würde ein Tor zur Hölle aufgestoßen, so schleust Meister Urasawa, also auch Johann, das Grauen die Kleinstadt. In kurzen, episodenartigen Einblicken werden wir Zeuge von Alltagssituationen, die nach und nach hochgeschaukelt werden, ins Dunkel abdriften und in Horror katastrophalen Ausmaßes münden. Immer wieder werden wir zwischendurch vom Autor mit weiteren, jetzt endlich klärenden Informationen gefüttert. Was im Haus der roten Rosen geschah, was es mit den drei Fröschen auf sich hat und wie die „Rekrutierung“ damals ablief, vor allem aber, weshalb Johann gerade dieses beschauliche Städtchen für seinen großen Showdown ausgesucht hat.

    Ein Band voller grandioser Einzelsequenzen, die zu einem fulminanten Finale verheiratet werden. Große, einprägsame Momente wie das an Sergio Leones Western-Meisterwerke erinnernde Aufeinandertreffen von Tenma und Runge, die grandiose Chemie, die sich zwischen letzterem und Wolfgang Grimmer entwickelt, die atemlose Spannung und bedrückende, fast schon episch anmutende Atmosphäre, die sich während all der schrecklichen Ereignissen bei strömendem Regen durch die Straßen von Ruhenheim ausbreitet wie etwas wahrhaft Greifbares.


    Ich will hier gar nicht zu arg ins Detail gehen oder zu viel verraten, denn die Reihe ist es auf alle Fälle Wert von jedem selbst entdeckt und gelesen zu werden, ich hatte selten einen spannenderen und geschickter konstruierten Thriller in Händen. Die Charakterausarbeitung ist herausragend, die Einzelbände schwanken in ihrer Qualität lediglich zwischen sehr gut und meisterhaft. Einzig der ein oder andere, aus Film und TV entliehene Stereotyp verhindern die absolute Höchstnote für das Gesamtwerk, das ist allerdings Jammern auf allerhöchstem Niveau und sollte niemanden davon abhalten sich auf Spurensuche in Europas jüngere Vergangenheit (nach dem Mauerfall) zu begeben, es lohnt! Hier wird nicht nur beste Unterhaltung geboten, man wird in die Geschichte gesaugt, und es werden Gefühle geweckt. Man fiebert mit, man lacht und verachtet, man verdächtigt und bemitleidet und ja, auch Gänsehaut und Tränchen können zur neun Bände überdauernden Reise gehören.

    Und sei es auch nur, weil jemand ein Fläschchen Bier an einem Grabstein abstellt.



    9,5/10

    Womit die Reihe insgesamt bei mir ebenfalls auf dieser Wertung landet. Ganz großes Tennis, bin gespannt, ob mich die 20th Century Boys ähnlich begeistern können.

    VG, God_W.
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  2. #377
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    Die Don Rosa Library 3: Onkel Dagobert und Donald Duck – “Unter Haien“



    Es ist schon ein paar Monate her, seit ich den Band mit Krümelchen zusammen (vor)gelesen habe, aktuell sind wir beim siebten Classic Taschenbuch von Barks, aber wenigstens ein paar Zeilen wollte ich noch zu dem Band schreiben, der in Sachen Aufmachung mal wieder kaum zu toppen ist. Toll gestalteter, stabiler Schuber (zusammen mit Band 4), astreiner Druck, wunderschöne Farben, durchweg interessantes bis hochinteressantes Bonusmaterial, sei es zu den einzelnen Geschichten, oder auch am Ende der dritte Teil von Don Rosas Biografie. Das kann man kaum besser machen und auch Janos Übersetzung gefällt mir noch immer sehr gut. Von der Warte also nix zu meckern.


    Bei den enthaltenen Geschichten geht es diesmal allerdings nicht ganz ohne Kritik ab, aber von vorne. Los geht es mit „Der Landschaftsarchitekt“, in der sich Donald als solcher versucht und ausnahmsweise mal nicht von vorneherein scheitert. Zwar endet selbstverständlich alles in heillosem Chaos, aber das ist diesmal nicht Donald zuzuschreiben! Eine sehr lustige und vor allem wunderschön anzuschauende Geschichte, ein toller Opener. In „Die Zeitdiebe“ werden die Panzerknacker in den Fokus gerückt und die verrückte Fähigkeit die Zeit einzufrieren. Das führt zu vielen aberwitzigen, wenn auch hanebüchenen Ideen und macht wirklich Spaß. Sowas Ähnliches gab es glaube ich auch mal in einer Duck Tales Folge? Der Namensgeber des Bandes, „Unter Haien“ ist für mich tatsächlich auch eines der Highlights des Bandes. Unglaublich detailreiche Bilder gepaart mit dem Atem von großem Abenteuer und altem Seemannsgarn, da steh ich ja total drauf. Das ganze mit einigen verqueren Don Rosa Ideen und den lustigen Enten garniert und schon haben wir eine nahezu perfekte Duck-Story. Apropos perfekte Duck-Story, eine ebensolche folgt auf dem Fuße mit „Rückkehr nach Xanadu“. Indy Jones lässt grüßen, wenn es darum geht auf abenteuerlichen Wegen eine verschollene Stadt zu finden, um die sich zahlreiche Legenden ranken. Dazu ein großer „Schatz“, drohende Gefahr und eine actionreiche Rettungsaktion in letzter Minute. Was will man mehr?


    „Der Duck, der vom Himmel fiel“ variiert das Ikarus-Thema, wirkt aber selbst für Duck-Verhältnisse etwas übertrieben und auch erzählerisch ein wenig unausgegoren. „Abwärts“ ist dafür ein absolut dynamischer Slapstick-Spaß allererster Güte, kommt frisch und einfallsreich daher und vergeht wie im Fluge, äh, freien Fall. Die Insel am Rande der Zeit bietet mal wieder einen spannenden Wettstreit zwischen Onkel Dagobert und Mac Moneysac, karibisch-vulkanisches Abenteuerflair und einen schönen Kniff am Ende. „Der Krieg der Wendigowak“ gehört ja angeblich zu den großen Klassikern, aber im Grunde ist das der Beitrag in diesem Band, dem ich am wenigsten abgewinnen konnte. Die Umwelt-Botschaft, die in dem Band ja allgemein schon öfter malträtiert wurde, kommt mir irgendwie zu aufgezwungen und holzhammermäßig daher, die Eingeborenen finde ich leider nicht sonderlich witzig und auch Krümelchen musste nicht wirklich lachen. Donalds spaßiger Ausflug ins Superheldengenre in „Der Supermensch kehrt zurück“ bietet zwar kaum Tiefgang, macht aber Laune und bietet somit einen versöhnlichen Abschluss.


    Zusammengefasst wieder ein sehr schöner Band, aber bei einigen Geschichten gab es kleine Kritikpunkte (die Andere vermutlich nicht so sehen). Insgesamt hat es uns aber wieder viel Freude gemacht und auch wenn jetzt erstmal wieder Altmeister Barks auf dem Programm steht freuen wir uns schon auf Band vier. Wir müssen da eh mal ein bisschen Gas geben, die Bände fünf und sechs im dritten Schuber verweilen ja auch schon auf dem Lese-K2!

    7,5-8/10

    VG, God_W.
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  3. #378
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    Fables: The Wolf among us – Der Wolf geht um 2



    Zweiter Band und die Ermittlungen gehen weiter, denn der Fall war ja am Ende des ersten Bandes alles andere als gelöst. Im Gegenteil, ein böser Cliffhanger mit kleinem WTF-Moment machte es beinahe ärgerlich, dass erstmal eine kleine Pause anstand. Statt einem hat es Bigby jetzt schon mit zwei Morden zu tun, und beide male wurde jemand enthauptet, und der Kopf vor dem Hauptquartier platziert. Was hat diese „Botschaft“ nur zu bedeuten und wer hat sie geschickt?

    Den Holzfäller hat der Wolf als Verdächtigen mittlerweile ausgeschlossen, also ist guter Rat teuer, vor allem weil unser Schnüffler vom stellvertretenden Bürgermeister Ichabod Crane massiv unter Druck gesetzt wird. Bluebeard ist sogar schon so weit Folter einzusetzen, um Informationen aus vermeintlichen Zeugen und Kleinkriminellen herauszupressen. In der Trip Trap Bar, wo es vielleicht wichtige Hinweise geben könnte, ist Bigby bei der Barkeeperin, Jack (of Fables) und Grendel nicht mehr so gerne gesehen, seit er letzterem in Band eins den Arm ausgerissen hat.


    Das klassische „Who dunnit“-Muster wird hier schön bedient, in Rückblenden werden wir in das berühmte Städtchen Salem versetzt, wo sich zwischen einem finsteren Drama um Hexerei interessante Aspekte aus Bigbys und Cranes Vergangenheit entfalten und in der Gegenwart tun sich Abgründe auf, wenn Schicht um Schicht eine ganz schön schmuddelige, abgründige und ein klein wenig perverse Noir-Story freigelegt wird. Allerdings muss ich schon sagen, dass sowohl die Ermittlungen als auch der Erzählfluss einige male ein klein wenig ins Stocken geraten, charakterlich viele Stereotypen geboten werden und sich die Auflösung schon von weiter Ferne ankündigt. Dennoch eine schön dreckige, unterhaltsame Detektivstory mit dem gewissen Fable-Witz und toller Einbindung verschiedener Märchen und Mythen.

    7/10

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  4. #379
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    Bevor ich mich in meinen herbst- und winterlichen Horror- & Wikinger-Run stürze werde ich zuvor auf alle Fälle noch The Unwritten beenden, aber ich will mich auch endlich mal zwei Viererpacks widmen, auf die ich schon eine Weile gespannt bin. Den Ersten, weil ich über den noch fast gar nichts gehört habe, den Zweiten, weil man da nahezu ausschließlich gar Fürchterliches vernimmt.


    Conan der Barbar 1 – Die Königin der Schwarzen Küste (2012)



    NOCH eine Nacherzählung dieser alten Geschichte? Gab es das nicht schon zigmal? Ja, schon, und zwar sowohl vor als auch nach dieser Variante von 2012. Gibt es bessere Varianten? Mag sein, Roy Thomas Version ist zumindest weitaus ausschweifender, die Franko-Belgische Ausgabe ist deutlich dichter an der Vorlage von Robert E. Howard. Lohnt es also überhaupt sich diesen Band anzutun? Wir werden sehen.


    Messantia ist die Hauptstadt von Argos und eine üppig funkelnde Perle westlichen Meer, ein Ort an dem man sein Glück machen kann. Oder man verscherzt es sich mit den Wachen, schlitzt einen Richter auf und ist fortan auf der Flucht. So prescht ein ungestümer Jüngling auf seinem schwarzen Ross im vollen Galopp über den Marktplatz. Dicht hinter ihm die Soldaten der Stadt, die näher und näher kommen. Der Bursche rast auf den Hafen zu, den Pier in Sichtweite denkt er gar nicht daran das Tempo zu verringern. Im Gegenteil, er gibt seinem Pferd die Sporen, spornt es an noch schneller zu werden. Ein Sprung aus dem Sattel und über mehrere Anlegepfosten führt den Jüngling auf ein Schiff, gerade im Begriff aus dem Hafen zu segeln - Gerettet.

    Jetzt muss er sich nur noch an Bord Respekt verschaffen, um auch weiter mitgenommen zu werden, was schnell gelingt. Als exakt dieses Schiff kurz darauf von Piraten geentert wird lernt er sie endlich kennen, die Königin der schwarzen Küste. Faszination, Liebe und Verlangen blitzen sowohl in ihren als auch in seinen Augen auf und so beginnt es, das gemeinsame Abenteuer zweier Seelenverwandter – Conan & Belit.


    So weit der weithin bekannte Plot, doch zu meiner Frage, ob sich der Band lohnt: Ich meine ja, und zwar ungemein, allerdings nur, wenn man mit sich mit einigen Gegebenheiten abfinden kann. Autor Brian Wood versucht hier nämlich nicht möglichst dicht an der Vorlage zu bleiben, er will auch keinen Roy Thomas übertreffen, oder eigene Geschichten in der Welt des Cimmeriers erfinden. Was er macht ist eine Art Neuinterpretation. Er nimmt eine der bekanntesten Conan-Geschichten, ändert aber die Ausgangssituation, denn sein Conan ist ein Jüngling, ein ungestümer, unerfahrener Halbwilder, der sich seine Sporen erst noch verdienen und seinen Platz in der Welt noch finden muss. So begleiten wir den jungen Barbaren quasi auf einer abenteuerlichen Coming of Age-Reise, die Wood offenbar als größere, zusammenhängende Geschichte angelegt hat. Er nimmt also allerlei Motive aus der Vorlage und auch das grobe Storygerüst, macht aber etwas sehr Eigenständiges und Neues daraus, etwas was mir außerordentlich gut gefällt muss ich gestehen! Wer sich natürlich krampfhaft an der Vorlage entlanghangelt, oder an Roy Thomas‘ klassischer Marvel-Variante klebt, dem wird das hier eher gegen den Strich gehen und der sollte die Finger davon lassen. Wer allerdings bereit ist unvoreingenommen ranzugehen und sich auf eine neue Interpretation einzulassen, der wird hier prächtig unterhalten und bekommt tolles, rohes, blutiges und charakterstarkes Artwork geboten. Das wirkt entfesselt wie die Jugend, die Conan hier in sich trägt. Ich finde es super und bin gespannt, wie es weiter geht!

    8/10

    VG, God_W.


    Hellblazer 1 – Die giftige Wahrheit (Rebirth)



    Der Rebirth-Hellblazer hat ja mächtig Schelte einstecken müssen in der Community, was ich so mitbekommen habe sogar noch mehr als die New 52 Ausgaben. Aber zum einen war es bei meinem Hellblazer-Lese-Run von alt nach neu irgendwann einmal an der Zeit und andererseits wollte ich mir natürlich selbst ein Bild machen. Wirklich eine Vollkatastrophe, oder doch nur falsche Erwartungen? Schrecklich weichgespült, oder durch („verklärte?“) Erinnerungen an die Vertigo-Zeit unfair abgeurteilt? Ich war gespannt!

    John hatte vor ein paar Jahren bei einer Sache mit einem Dämon Mist gebaut - mal wieder. Daraufhin musste er aus Good Old England flüchten und ließ sich für eine Weile im Big Apple nieder. Jetzt ist er auf dem Weg zurück nach London, nach Hause. Dort eingetroffen nistet er sich, wie soll es auch anders sein, bei seinem Buddy Chaz ein, auch wenn dessen bessere Hälfte davon alles andere als begeistert ist! Aber die Sache mit dem Dämon holt ihn natürlich ebenso ein.


    Das ist ein sehr hopplahopp erzählter Opener, der zwar viele tolle Zutaten hat, aber einfach gar keine Tiefe entwickelt, eher so ein kleines „Welcome back John!“, bei dem neben alten Bekannten wie Chaz und Swampie auch noch All Stars wie Shazam! Und Wonder Woman eingeflochten werden. Ob es das gebraucht hätte sei mal dahingestellt, da wollte man wohl die „normalen“ DC-Fans noch mit abholen, sei es drum. Danach geht es dann in den ersten größeren Story-Arc des Rebirth-Hellblazers, in dem Swamp Thing einen Gefallen von John einfordert, denn der Grünling ist der Meinung, dass seine geliebte Abby in die Fäule entführt wurde. Dazu wird Constantine das Leben von einer ganz elitären Clubgemeinschaft schwer gemacht, die sich als

    Djinn – Ja, diese „Rubbel an der Buddel und ich komm raus“-Gesellen

    entpuppen. Deren Macht ist gewaltig, wie jeder weiß und ihre Absichten sind finster, wie John bald feststellen muss.

    Wie steht es jetzt also mit meinen eingangs gestellten Fragen? Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Kann mit dem von Simon Oliver geschriebenen Hellblazer Spaß haben? Ja, das geht. Die Sache liest sich flüssig, hat keine Hänger, hier und da blitzt etwas Härte und Respektlosigkeit durch aber es stimmt, wirklich hartes „Schlag in die Magengrube Vertigo Feeling“ kommt eigentlich zu keinem Zeitpunkt auf und, dass John seit der New 52 mit Zaubersprüchen auf den Lippen umherzieht finde ich nimmt der ganzen Sache etwas von ihrem Zauber, wenn Ihr versteht was ich meine. Trotzdem habe ich mich gefreut wieder mit dem Trickster losziehen zu können und würde die Story leicht über dem Standard Superheldeneinheitsbrei einsortieren.


    Das Artwork konnte bei mir allerdings keinen Blumentopf gewinnen. Wenn ich am Ende des Bandes lese, was die beiden Künstler Moritat und Pia Guerra schon für Preise eingeheimst haben kann ich das in Anbetracht der Leistung bei diesem Band leider nullkommagarnicht nachvollziehen. Das sieht keinesfalls besonders aus, oftmals sogar unansehnlich, mit seltsamen, detailarmen Gesichtern und wenn es tatsächlich mal etwas aufwändiger daherkommt, dann ist es total glattgebügelter, langweiliger Einheitsbrei ohne Wiedererkennungswert. Passt also so gar nicht zum arrogantesten Großmaul jenseits der Themse.

    5,5/10

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (14.10.2021 um 20:00 Uhr)
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  5. #380
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    Gestern waren wir in James Bond 007 – Keine Zeit zu sterben, weshalb wir uns in der Woche zuvor nochmal die ersten vier Craig-Bonds reingezogen haben. Wie so oft bei einem Re-Watch nach teilweise längerer Zeit hat sich die Wertung teilweise leicht verschoben.

    Casino Royale war der perfekte Einstieg und ist noch heute ein absoluter Knaller, da gibt es kaum was zu mäkeln. 9,5/10

    Ein Quantum Trost hat mir schon wieder noch ein klein wenig besser gefallen als beim letzten mal, auch wenn der Film ein paar kleine Problemchen hat. Für mich sind das die zu hektischen Schnittgewitter bei den Actionszenen, ein absolut blasser und austauschbarer Bösewicht ohne Charisma und die Tatsache, dass er nur in direkter Verbindung mit Casino Royale gut funktioniert. Das gab es zuvor noch nie, weil jeder Bond Film auch immer gut für sich alleine stand und, wenn überhaupt, dann nur marginal mit einem Vorgänger zusammenhing. Letzteres kann man einfach ausmerzen, indem man immer ein Double feature macht, die beiden anderen Kritikpunkte bleiben. 8/10

    Skyfall – Für mich der absolut perfekte Bond-Film. Vom grandiosen Opener über das Titellied, einen famosen Antagonisten und die tiefgreifende und absolut gelungene Staffelstab-Übergabe von M. Nebenbei die Etablierung grandioser Nebencharaktere wie Moneypenny und vor allem dem herausragenden neuen Q. 007 at ist best. 10/10

    Spectre ist ebenfalls ein starker Bond, der aber leider ein wenig im Schatten seines übermächtigen Vorgängers untergeht. Der Titelsong ist nicht ganz so geil wie Adele, Waltz ist zwar stark, hat aber zu wenig Screentime und ist ehrlicherweise in jedem seiner Auftritte in Tarantino-Filmen noch deutlich stärker. Die Lovestory mit der engen Verbindung zu Madeleine Swann (Léa Seydoux) geht mir irgendwie zu plötzlich. Trotzdem macht der Film viel richtig, ist spektakulär und Bautista ist ein extrem cooler Villain-Handlanger der alten Schule, so eine Hommage an den Beißer oder Oddjob aus Goldfinger. 8,5-9/10

    Keine Zeit zu sterben stellt für mich den perfekten Abschluss von Craigs insgesamt überragendem 007-Run dar. Wie schon bei Quantum sollte man den Film zwar nicht als allein für sich stehendes Werk betrachten, denn es gibt reichlich Verbindungen zu den Vorgängern, vor allem natürlich zu Spectre, denn Léa Seydoux und Christoph Waltz sind neben der Bond-Typischen Stammbesetzung auch wieder mit von der Partie, aber das stört mich Null die Bohne. Vielmehr merkt man dem Franchise an, dass es sich mal wieder ein Stück weit neu erfunden hat, ohne die alten Wurzeln zu vergessen. Dass ein Held wie 007 auch tiefer gehende Gefühle zeigen und sich wirklich innig verlieben darf zeigt, dass die Filmreihe mit der Zeit geht. Da werden nicht in jedem Film drei neue Betthasen flachgelegt, in jedem zweiten die große Liebe geheuchelt und im nächsten Streifen weiß niemand mehr was davon, nein, hier wird emotionale Tiefe geboten, die man in diese „One-Movie-Stands“ einfach nicht reinbekommt.

    Trotzdem haben wir hier alles was einen prächtigen 007-Streifen ausmacht und dazu massig Fanservice an alte und neue Fans gerichtet. Angefangen bei den absolut spektakulär inszenierten Actionszenen, bei einer wird der DB5 nochmal richtig fett in Szene gesetzt, was habe ich das gefeiert. Der Bond-Song von Billie Eilish ist deutlich besser als befürchtet, auch wenn er nicht mit den ganz ganz großen mitspielen kann. Das Intro ist mal wieder äußerst gelungen. Waltz und Malik als Bösewichte mit unterschiedlichen Zielen sind für sich genommen beide spitze, weil äußerst charismatisch. Waltz kommt für meinen Geschmack ein wenig zu kurz, Malik hat zwar ebenfalls nicht allzu viel Screentime, weiß diese aber perfekt zu nutzen. Ganz stark! In einer Szene mit M in einer Nische des MI6 Gebäudes hängt an der Wand ein Bild von Bernard Lee dem langjährigen ersten M, die schreckliche Schreibtischdeko von Judi Dench hat auch wieder einen Auftritt. Die Antagonisten aller Craig-Bonds finden nochmals Erwähnung und auch Felix Leiter hat wieder einen großen Auftritt. Dazu führt Ana De Armas einen äußerst sympathischen Nebencharakter ein, den ich gerne noch öfter sehen würde. Keine Ahnung, ob wieder „Stammpersonal“ mit zum nächsten Bond übernommen wird, aber bei der würde es mich genauso wie bei M und vor allem bei Q sehr freuen!

    Der manchmal etwas flapsige Humor erinnert teilweise an Roger Moore Zeiten, ich glaube ich habe noch bei keinem Craig-Bond so gelacht.

    Von Gleitfliegern bis zu Mini-U-Booten werden coole technische Spielereien geboten und der böse Obermacker hat eine riesige unterirdische Basis auf einer abgelegenen Insel.

    Apropos Insel, neben UK, Italien usw. werden mit Kuba und Jamaika auch wieder allerlei exotische Schauplätze geboten. Insgesamt ein 007-Best-Of mit einem runden Ende für die Craig-Ära, über welches es sicher noch Diskussionen geben wird. 9,5/10

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