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Thema: Welche Comics habt ihr heute gelesen? - Der große Review-Thread

  1. #6426
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    The Harlem Hellfighters, Broadway Books

    Dieses Buch zeigt mir wieder mal, warum ich Comics liebe.
    Die mir bislang völlig unbekannte Geschichte dieser amerikanischen Soldaten, die aufgrund ihrer Hautfarbe nicht in der US Armee, sondern in der französischen Armee im Ersten Weltkrieg kämpften, hat mich gefesselt und berührt.
    Was haben diese jungen Männer doch fern der Heimat ertragen müssen.....
    In teils echt harten Bildern wird deren Schicksal von Max Brooks erzählt, auf das sie nicht vergessen werden.

  2. #6427
    Mitglied Avatar von electrified
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    Den letzten Story Arc aus dem ersten Garth Ennis Punisher Max Omnibus, mit dem Titel Slavers, der alles hat, was eine großartige Action-Drama-Story braucht. Thema ist die Auseinandersetzung des Punishers mit einem Zwangsprostitutionsring aus dem Balkan, der in New York sein Unwesen treibt. Was man über die 6 Hefte umfassende Story bekommt ist gnadenlose Brutalität auf beiden Seiten, eine eindringliche Darstellung des Leids sowohl der Opfer der kriminellen Bande, als auch deren Leid, als sie vom Punisher gerichtet werden (obwohl diese wie so oft derart abgebrüht sind, dass sie das gar nicht in dem Maße können, wie sie es eigentlich verdient hatten.) Der Plot und die beteiligten Charaktere sind raffiniert und durchwegs interessant, es gibt z.B.auch einen innerpolizeilichen Strang, der neben der Beteiligung korrupter Beamter an den kriminellen Machenschaften auch Rassismus und Homophobie zum Thema hat, eine Sozialarbeiterin, die sich um Opfer von Zwangsprostitution kümmert spielt auch eine starke Rolle, und selbstverständlich die stets vorhandenen moralischen Dilemmas der Helfer des Punisher. Absolut runde Sache, nimmt einen ordentlich mit, ist derb, hat aber auch Tiefe. Wie ein gutes FSK 18 Action-Drama als Spielfilm in etwa. Nur besser, weil ich Comics mehr mag als Filme. Wozu in diesem Fall das detailreiche und sehr erdig atmosphärische Artwork von Leandro Fernández so Einiges beiträgt. Ich vergebe alle Sterne eines klaren Nachthimmels in den Bergen.

    P.S. Wer nicht sehen will, wie die Gedärme eines lebenden Bösewichts um die Äste des Baumes gewickelt sind, an dessen Stamm er sitzend lehnt, alles zum guten Zweck des Zungelösens, der sollte vielleicht doch etwas Anderes lesen.
    Geändert von electrified (14.10.2021 um 02:17 Uhr)

  3. #6428
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Bevor ich mich in meinen herbst- und winterlichen Horror- & Wikinger-Run stürze werde ich zuvor auf alle Fälle noch The Unwritten beenden, aber ich will mich auch endlich mal zwei Viererpacks widmen, auf die ich schon eine Weile gespannt bin. Den Ersten, weil ich über den noch fast gar nichts gehört habe, den Zweiten, weil man da nahezu ausschließlich gar Fürchterliches vernimmt.


    Conan der Barbar 1 – Die Königin der Schwarzen Küste (2012)



    NOCH eine Nacherzählung dieser alten Geschichte? Gab es das nicht schon zigmal? Ja, schon, und zwar sowohl vor als auch nach dieser Variante von 2012. Gibt es bessere Varianten? Mag sein, Roy Thomas Version ist zumindest weitaus ausschweifender, die Franko-Belgische Ausgabe ist deutlich dichter an der Vorlage von Robert E. Howard. Lohnt es also überhaupt sich diesen Band anzutun? Wir werden sehen.


    Messantia ist die Hauptstadt von Argos und eine üppig funkelnde Perle westlichen Meer, ein Ort an dem man sein Glück machen kann. Oder man verscherzt es sich mit den Wachen, schlitzt einen Richter auf und ist fortan auf der Flucht. So prescht ein ungestümer Jüngling auf seinem schwarzen Ross im vollen Galopp über den Marktplatz. Dicht hinter ihm die Soldaten der Stadt, die näher und näher kommen. Der Bursche rast auf den Hafen zu, den Pier in Sichtweite denkt er gar nicht daran das Tempo zu verringern. Im Gegenteil, er gibt seinem Pferd die Sporen, spornt es an noch schneller zu werden. Ein Sprung aus dem Sattel und über mehrere Anlegepfosten führt den Jüngling auf ein Schiff, gerade im Begriff aus dem Hafen zu segeln - Gerettet.

    Jetzt muss er sich nur noch an Bord Respekt verschaffen, um auch weiter mitgenommen zu werden, was schnell gelingt. Als exakt dieses Schiff kurz darauf von Piraten geentert wird lernt er sie endlich kennen, die Königin der schwarzen Küste. Faszination, Liebe und Verlangen blitzen sowohl in ihren als auch in seinen Augen auf und so beginnt es, das gemeinsame Abenteuer zweier Seelenverwandter – Conan & Belit.


    So weit der weithin bekannte Plot, doch zu meiner Frage, ob sich der Band lohnt: Ich meine ja, und zwar ungemein, allerdings nur, wenn man mit sich mit einigen Gegebenheiten abfinden kann. Autor Brian Wood versucht hier nämlich nicht möglichst dicht an der Vorlage zu bleiben, er will auch keinen Roy Thomas übertreffen, oder eigene Geschichten in der Welt des Cimmeriers erfinden. Was er macht ist eine Art Neuinterpretation. Er nimmt eine der bekanntesten Conan-Geschichten, ändert aber die Ausgangssituation, denn sein Conan ist ein Jüngling, ein ungestümer, unerfahrener Halbwilder, der sich seine Sporen erst noch verdienen und seinen Platz in der Welt noch finden muss. So begleiten wir den jungen Barbaren quasi auf einer abenteuerlichen Coming of Age-Reise, die Wood offenbar als größere, zusammenhängende Geschichte angelegt hat. Er nimmt also allerlei Motive aus der Vorlage und auch das grobe Storygerüst, macht aber etwas sehr Eigenständiges und Neues daraus, etwas was mir außerordentlich gut gefällt muss ich gestehen! Wer sich natürlich krampfhaft an der Vorlage entlanghangelt, oder an Roy Thomas‘ klassischer Marvel-Variante klebt, dem wird das hier eher gegen den Strich gehen und der sollte die Finger davon lassen. Wer allerdings bereit ist unvoreingenommen ranzugehen und sich auf eine neue Interpretation einzulassen, der wird hier prächtig unterhalten und bekommt tolles, rohes, blutiges und charakterstarkes Artwork geboten. Das wirkt entfesselt wie die Jugend, die Conan hier in sich trägt. Ich finde es super und bin gespannt, wie es weiter geht!

    8/10

    VG, God_W.


    Hellblazer 1 – Die giftige Wahrheit (Rebirth)



    Der Rebirth-Hellblazer hat ja mächtig Schelte einstecken müssen in der Community, was ich so mitbekommen habe sogar noch mehr als die New 52 Ausgaben. Aber zum einen war es bei meinem Hellblazer-Lese-Run von alt nach neu irgendwann einmal an der Zeit und andererseits wollte ich mir natürlich selbst ein Bild machen. Wirklich eine Vollkatastrophe, oder doch nur falsche Erwartungen? Schrecklich weichgespült, oder durch („verklärte?“) Erinnerungen an die Vertigo-Zeit unfair abgeurteilt? Ich war gespannt!

    John hatte vor ein paar Jahren bei einer Sache mit einem Dämon Mist gebaut - mal wieder. Daraufhin musste er aus Good Old England flüchten und ließ sich für eine Weile im Big Apple nieder. Jetzt ist er auf dem Weg zurück nach London, nach Hause. Dort eingetroffen nistet er sich, wie soll es auch anders sein, bei seinem Buddy Chaz ein, auch wenn dessen bessere Hälfte davon alles andere als begeistert ist! Aber die Sache mit dem Dämon holt ihn natürlich ebenso ein.


    Das ist ein sehr hopplahopp erzählter Opener, der zwar viele tolle Zutaten hat, aber einfach gar keine Tiefe entwickelt, eher so ein kleines „Welcome back John!“, bei dem neben alten Bekannten wie Chaz und Swampie auch noch All Stars wie Shazam! Und Wonder Woman eingeflochten werden. Ob es das gebraucht hätte sei mal dahingestellt, da wollte man wohl die „normalen“ DC-Fans noch mit abholen, sei es drum. Danach geht es dann in den ersten größeren Story-Arc des Rebirth-Hellblazers, in dem Swamp Thing einen Gefallen von John einfordert, denn der Grünling ist der Meinung, dass seine geliebte Abby in die Fäule entführt wurde. Dazu wird Constantine das Leben von einer ganz elitären Clubgemeinschaft schwer gemacht, die sich als

    Djinn – Ja, diese „Rubbel an der Buddel und ich komm raus“-Gesellen

    entpuppen. Deren Macht ist gewaltig, wie jeder weiß und ihre Absichten sind finster, wie John bald feststellen muss.

    Wie steht es jetzt also mit meinen eingangs gestellten Fragen? Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Kann mit dem von Simon Oliver geschriebenen Hellblazer Spaß haben? Ja, das geht. Die Sache liest sich flüssig, hat keine Hänger, hier und da blitzt etwas Härte und Respektlosigkeit durch aber es stimmt, wirklich hartes „Schlag in die Magengrube Vertigo Feeling“ kommt eigentlich zu keinem Zeitpunkt auf und, dass John seit der New 52 mit Zaubersprüchen auf den Lippen umherzieht finde ich nimmt der ganzen Sache etwas von ihrem Zauber, wenn Ihr versteht was ich meine. Trotzdem habe ich mich gefreut wieder mit dem Trickster losziehen zu können und würde die Story leicht über dem Standard Superheldeneinheitsbrei einsortieren.


    Das Artwork konnte bei mir allerdings keinen Blumentopf gewinnen. Wenn ich am Ende des Bandes lese, was die beiden Künstler Moritat und Pia Guerra schon für Preise eingeheimst haben kann ich das in Anbetracht der Leistung bei diesem Band leider nullkommagarnicht nachvollziehen. Das sieht keinesfalls besonders aus, oftmals sogar unansehnlich, mit seltsamen, detailarmen Gesichtern und wenn es tatsächlich mal etwas aufwändiger daherkommt, dann ist es total glattgebügelter, langweiliger Einheitsbrei ohne Wiedererkennungswert. Passt also so gar nicht zum arrogantesten Großmaul jenseits der Themse.

    5,5/10

    VG, God_W.
    Geändert von God_W. (14.10.2021 um 20:00 Uhr)
    Über Besuch, Meinungen, Diskussionen etc... freue ich mich immer sehr!

  4. #6429
    Mitglied Avatar von xmilchx
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    Nameless (Cross Cult)

    Wer etwas in der Comic-Materie drin ist, wird nicht an an Grant Morrison vorbei kommen. Ob Indie-Titel, Marvel oder DC. Er hatte schon überall seine Finger drin. Ja, seine Werke sind teilweise wirklich bizarr und schwer zu greifen. Aber an sich kam ich immer halbwegs klar. Aber "Nameless" ist absoluter Mindfuck. Das war meine zweite Lesung des Comics und ich war wieder brutal überrascht, wie abgefahren das ist. Hab ich alles verstanden? Ich glaube nicht... oder besser gesagt, Nein! Die Inhaltsangabe ist nur ein gaaaanz grober Abriss dessen, was einen hier erwartet. Ohne die Anmerkungen Morrisons, die am Ende des Bandes zu finden sind, würde ich den Comic wohl verfluchen. Aber so, reiht er sich in die literarischen LSD-Trips dieses Ausnahmekünstlers ein und animiert, den Band alle zwei Jahre mal hervorzuholen und zu denken "was tue ich mir hier nur an!?".



  5. #6430
    Mitglied Avatar von God_W.
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    Pack Deine aktuelle Meinung doch auch noch in den passenden Thread, dann findest Du sie nach dem nächsten Re-Read auch wieder:

    https://www.comicforum.de/showthread...light=Nameless
    Über Besuch, Meinungen, Diskussionen etc... freue ich mich immer sehr!

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